Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer! Ein digitaler Nomade arbeitet online und ortsunabhängig. Ob Thailand, Portugal oder Bali ein Digitalnomade könnte das ganze Jahr dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Klingt nach einem echten Traumjob. Aber Moment mal! Ist dieses Leben tatsächlich möglich? Und wenn ja, wie soll das funktionieren?

Welche Voraussetzungen braucht man dafür eigentlich? Wie verdient man als digitaler Nomade sein Geld? Wie macht man das mit dem Visum? Und wo findet man überhaupt Jobs und Kunden?

Hier kommen die Antworten auf deine Fragen! Lehne dich entspannt zurück und genieße die Reise, denn dieser Artikel ist dein Reiseführer. Hier bekommst du den ultimativen Überblick über das Leben und Arbeiten als digitaler Nomade.

Was ist ein digitaler Nomade?

Nomadenvölker lebten in den vergangenen Jahrhunderten auf allen Kontinenten. Ein Nomade zeichnete sich ursprünglich dadurch aus, ohne festen Wohnsitz umherzuziehen. Und mit dem Informationszeitalter begann der Aufstieg einer neuen Bewegung: den digitalen Nomaden.

Nomadisch lebende Völkergruppen waren früher oft von feindlichen Übergriffen durch die sesshafte Gesellschaft bedroht. Zu suspekt erschien den konventionell denkenden Menschen die nomadische Lebensweise. Heute werden digitale Nomaden aber aufgrund ihres Lebensstils oft eher bewundert und wahrscheinlich auch mit ein bisschen Neid auf Facebook, Instagram und Co. verfolgt. Denn ein digitaler Nomade lebt meist frei und selbstbestimmt. Unabhängig von der Zeit und nicht an einen festen Ort gebunden, da er sein wichtigstes Arbeitsmittel immer dabei hat den Laptop. Der Zugang zu stabilem Internet ist so lebenswichtig, wie eine Oase in der Sahara.

Wie sieht das Leben als digitaler Nomade aus?

Die Vielfalt an Geschäftsmodellen und Persönlichkeiten digitaler Nomaden machen es schwierig, diese Frage eindeutig zu beantworten. Im Prinzip ist der kleinste gemeinsame Nenner im Leben der Ortsunabhängigen die Arbeit mit digitalen Technologien. Alles Weitere hängt von den persönlichen Vorlieben des Einzelnen ab. Nur weil ein digitaler Nomade theoretisch die Möglichkeit hätte, das ganze Jahr auf Bali unter Palmen zu arbeiten, muss er das noch lange nicht tun.

Ein digitaler Nomade macht sich seine Welt, wie sie ihm gefällt. Es geht vor allem darum, die eigenen Bedürfnisse zu kennen und das Leben so zu gestalten, dass es diese so ideal wie möglich befriedigt.

Mit anderen Worten: Es ist hilfreich, sich selbst gut zu kennen, bevor man den Sprung ins digitale Nomadenleben wagt. Denn die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wenn du dich nicht selbst kennst und keine klare Vision hast, kann es leicht passieren, dass du in den Fluten an Informationen und Möglichkeiten untergehst.

Ist der digitale Nomaden-Lifestyle für jeden geeignet?

Nicht mehr gebunden zu sein an eine Tätigkeit, die keinen Spaß macht und nur wenig Erfüllung bietet. Nur des Geldes wegen zu arbeiten und keine Lust mehr zu haben, am Montag schon den Freitag herbeizusehnen. Viele kennen das wahrscheinlich und im Prinzip kann jeder aussteigen und den Weg in die Freiheit gehen.

Vorausgesetzt, das Lebens- und Arbeitsmodell des Digitalnomaden passt zu deinen Bedürfnissen und Vorstellungen. Grundsätzlich geht es den meisten digitalen Nomaden vor allem darum, Freizeit und Arbeit so zu gestalten, dass beides möglichst erfüllend und sinnvoll ist. Doch kann das wirklich jeder schaffen? Wie gelingt der Sprung aus dem Hamsterrad?

Ich würde sagen, dass es jeder schaffen kann, der sich in den Lifestyle eines Digitalnomaden verliebt. Diese Art zu leben ist vor allen Dingen geprägt durch ein hohes Maß an Freiheit und Selbstbestimmtheit. Es kann durchaus vorkommen, dass man am Anfang von der Fülle an Freiheit und Möglichkeiten überfordert ist. Vor allem, wenn du dein ganzes Leben in einem Angestelltenverhältnis verbracht hast.

Wenn du als selbstständiger Digitalnomade unterwegs bist, sagt dir niemand mehr, was du tun musst. Das ist natürlich hervorragend. Denn von nun an entscheidest du, welche Prioritäten du dir setzt. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass du viel Disziplin und Eigenmotivation benötigst. Daher gilt gerade am Anfang das Motto: Altes verlernen und durch neue Skills ersetzen.

Außerdem ist es wichtig, Fehler nicht mehr als etwas Schlechtes zu sehen, sondern als das größte Lernfeld überhaupt. Jede Kritik von außen wird plötzlich zur Chance, dein Produkt oder deine Dienstleistung zu verbessern. Und das Leben als selbstständiger Digitalnomade steckt meist voller Überraschungen. Sehr häufig wird es nicht so laufen, wie du es geplant hast und gerade zu Beginn kann das ziemlich frustrierend sein. Deshalb sollte man sich von Anfang an bewusst machen, worauf man sich einlässt.

Zwar kann man meist immer wieder zurück in ein Anstellungsverhältnis wechseln, wenn man merkt, dass der digitale Nomaden Lifestyle doch nicht das Richtige ist. Sich von Anfang an sicher zu sein, dass man sich dieses Leben wirklich gestalten will, wird es jedoch einfacher machen, mit Rückschlägen umzugehen und auch mal unangenehme Phasen eher durchzustehen.

Wenn du ein extremes Bedürfnis nach Sicherheit hast, dann könnte dich dieser Lebensstil buchstäblich auf die Palme bringen, anstatt dich darunter am Laptop chillen und arbeiten zu lassen.

Können nur Singles Mitte zwanzig als digitaler Nomade durchstarten?

Nicht nur alleinstehende Mittzwanziger verdienen ihren Lebensunterhalt mit ortsunabhängiger Arbeit und reisen selbstbestimmt durch die Weltgeschichte. Hier findest du einen Beitrag von 5 digitalen Nomadenfamilien, die ihre Sachen gepackt und losgezogen sind. Andere Digitalnomaden sind mit ihrem Wohnmobil inklusive Hund unterwegs, so wie in diesem Beispiel.

Wichtig ist, dass du dir selbst keine Grenzen setzt. Denn wenn wir ehrlich zu uns sind, sind das ganz oft nur schlicht und einfach Ausreden. Oft erfordert es nämlich einfach einiges an Mut, aufzubrechen und etwas vollkommen Neues zu wagen. Aber wenn du wirklich tief in deinem Inneren spürst, dass dieser Weg deiner ist, dann tu es, egal, ob du Angst hast. Mach kleine Schritte und bleib dran.

Action-Tipp: Probiere dich aus. Vielleicht erst einmal für drei, sechs oder zwölf Monate! Keiner sagt, dass du heute alle Zelte abbrechen musst und nie wieder zurück kannst. Mach deine eigenen Erfahrungen mit dem Leben als digitaler Nomade, probiere es aus und entscheide dann, ob das Reisen und Arbeiten längerfristig dein Lebensstil werden soll, oder ob du dich doch wieder an einem Ort niederlässt und das Reisen als Urlaub siehst.

Digitaler Nomade werden

Quelle: Rota Alternativa / Unsplash

Hat ein digitaler Nomade einen festen Wohnsitz?

Auch hier gibt es Unterschiede. Es gibt Digitalnomaden, die noch in Deutschland gemeldet sind und auch einen Wohnsitz haben. Du kannst deine Wohnung zum Beispiel vorübergehend untervermieten, wenn du noch nicht bereit bist, alles sofort aufzugeben und das Lebensmodell zunächst, wie eben schon geschrieben, erstmal für dich ausprobieren willst.

Andere digitale Nomaden haben sich vollständig aus Deutschland abgemeldet. Sie leben entweder ohne festen Wohnsitz oder haben sich in einem oder mehreren Ländern niedergelassen.

Viele deutsche Digitalnomaden verbringen die warmen Sommermonate in Deutschland. Wenn das Thermometer unter 20 Grad Celsius sinkt, flattern sie dann wie die Zugvögel in wärmere Gefilde.

So wirst du ein digitaler Nomade

Hast du das Zeug dazu, ein digitaler Nomade zu werden? Welche Voraussetzungen brauchst du? Kannst du es tatsächlich schaffen, ein Online-Business aufzubauen, um ortsunabhängig von überall auf der Welt zu arbeiten?

Im Grunde bist du der einzige Mensch, der die Antworten auf diese Fragen hat. Du definierst deine Grenzen und Möglichkeiten und hast es selbst in der Hand, was du in diesem Leben erreichen und bewirken willst.

Welche Voraussetzungen brauche ich als digitaler Nomade?

Theoretisch könntest du dich einfach auf den Weg machen. Auch ganz ohne Studium oder Ausbildung. Viele Digitalnomaden profitieren zwar von ihrem Vorwissen, es gibt aber auch diejenigen, die heute etwas komplett anderes tun als das, was sie gelernt haben.

Wichtig ist es, eine Leidenschaft zu haben. Eine klare Vision und ein guter Plan sind ebenso wichtig. Mit den entsprechenden Skills baust du dir so Stück für Stück deine Existenz auf. Es gibt Digitalnomaden, die sich aufgrund ihres Lebensstils einen Expertenstatus und folglich ein solides Business aufgebaut haben. Wie zum Beispiel Nadine Mandrella von Office Journey.

Ein Expertenstatus lässt sich auch auf der Grundlage eines Hobbys aufbauen und wenn dir deine früheren Ausbildungen dabei helfen, als Digitalnomade durchzustarten ist das umso besser. Ein abgeschlossenes Studium, eine Ausbildung oder Berufserfahrung ist allerdings weder ein Erfolgsgarant noch ein Hindernis auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Wichtig ist, was du heute, hier und jetzt für deine Zukunft tust. Und das jeden Tag.

15 Eigenschaften, die du als digitaler Nomade unbedingt brauchst

Als selbstständiger Unternehmer und Digitalnomade sind die folgenden Eigenschaften hilfreich. Wenn du sie hast, ist das gut. Wenn nicht: Was nicht ist, kann ja noch werden. Wichtig sind die Bereitschaft, dazuzulernen, und ein gewisses Maß an Flexibilität.

Hier findest du die wichtigsten Eigenschaften im Überblick:

  1. Sei wissensdurstig! Schon Sokrates hat erkannt: „Das Einzige, was ich weiß ist, dass ich nicht weiß.“ Und Sokrates wurde vom Orakel von Delphi zum weisesten Mann erklärt.Je tiefer du in ein bestimmtes Thema eintauchst, desto mehr wirst du verstehen, wie wahr diese Aussage ist. Immer wieder tun sich neue Fragen auf. Bleibe wissensdurstig, stelle viele Fragen und beantworte sie für dich.
  2. Tu was! Wissen alleine reicht leider nicht aus. Du musst es auch umsetzen. Dafür bringst du als angehender Digitalnomade besser eine gehörige Portion Tatendrang mit.
  3. Beschäftige dich mit dem Thema Minimalismus. Trenne dich von unnötigen Dingen. Lege deine Prioritäten auf die Dinge, die dich deinem Ziel näher bringen.
  4. Liebe die Herausforderung.
  5. Sei risikofreudig.
  6. Mach so viele Fehler, wie möglich und lerne aus ihnen.
  7. Werde zum Autodidakt und liebe das Lernen. Bring dir Dinge selbst bei oder belege Kurse über die Sachen, die du lernen willst. Als selbstständiger Digitalnomade solltest du immer einen gewissen Prozentsatz deines Einkommens in deine Bildung investieren. Nutze auch kostenlose Videokurse, Blogs oder YouTube, um dich weiterzubilden.
  8. Sei bereit, 110 % zu geben. Gerade am Anfang ist der Aufbau eines Online-Unternehmens sehr zeitintensiv. Du erschaffst neue Strukturen, planst und setzt um. Wenn du mit den Prozessen vertraut bist, gewinnt das Outsourcen von Aufgaben immer mehr an Bedeutung.
  9. Vernetze dich mit Gleichgesinnten, die dich motivieren und inspirieren. Das heißt auch manchmal, sich von Energiefressern zu lösen. Dadurch hast du mehr Power für dich und dein Business.
  10. Glaub an dich!
  11. Lerne, dich selbst zu motivieren. Das funktioniert am besten, indem du deiner Leidenschaft folgst und eine klare Vision hast. Dann brauchst du gar nicht so viel Motivation. Stattdessen wirst du es genießen, an deinem Projekt zu arbeiten.
  12. Durchhaltevermögen ist vor allem in der Anfangsphase eine sehr wichtige Eigenschaft. Aber auch zwischendurch kann es mal vorkommen, dass es Durststrecken gibt. Dranbleiben ist allerdings nicht immer die perfekte Lösung. Manchmal dürfen gescheiterte Projekte gerne entsorgt werden, um neu durchzustarten.
  13. Tu die Dinge, obwohl du Angst hast. Der Mut zur Lücke gehört auch dazu. Wenn du immer darauf wartest, dass die Umstände, dein Produkt oder deine Dienstleistung perfekt sind, wirst du irgendwann mit Bedauern feststellen, dass deine Zeit abgelaufen ist und du sie nicht so genutzt hast, wie du es hättest tun können. Leg am besten noch heute los und mach die ersten Schritte.
  14. Lerne zu entspannen und finde Tätigkeiten als Ausgleich zum Business. Viele Digitalnomaden treiben regelmäßig Sport, machen Yoga oder meditieren. Und das aus gutem Grund. Klarheit im Kopf schafft Klarheit und Struktur im Business. Eine gesunde Balance zwischen Anspannung und Entspannung fördert kreative Prozesse und dient der Weiterentwicklung.
  15. Triff Entscheidungen und übernimm die Verantwortung. Gewöhne dich daran, indem du es jeden Tag übst.
Digitaler Nomade - Tipps

Quelle: Indian Yogi (Yogi Madhav) / Unsplash

In 10 Schritten zum digitalen Nomaden

Wer bist du?

Wenn du dich für den Lifestyle als digitaler Nomade entscheidest, hast du die Freiheit, dein Leben so zu gestalten, wie du möchtest. Schreibe dir auf, was du brauchst. Was wünschst du dir im Leben? Bist du ein strukturierter Mensch oder versinkst du gerne im Chaos?

Außerdem lohnt es sich zu überlegen, was genau dich an deiner jetzigen Lebenssituation bzw. deinem derzeitigen Job eigentlich stört. Schreibe auch das auf. Mach dir bewusst, was du nicht mehr möchtest. Diese Klarheit wird dir definitiv dabei helfen, in Zukunft das zu bekommen, was du willst.

Was brauchst du?

Wie viel Geld brauchst du im Monat? Notiere deine laufenden Kosten auf einer Liste: Lebenshaltungskosten, Miete, Essen, Hobbys, Sparen, Flüge, Visum und so weiter.

Kalkuliere auch Geld für Rücklagen und Versicherungen ein, wie zum Beispiel Haftpflichtversicherung, Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung.

Welches Wissen brauchst du, um loszulegen? Schreibe dir alles auf, was du vor dem Start noch lernen willst und wer es dir beibringen kann. Welche technischen Hilfsmittel brauchst du noch?

Was willst du?

Fertige einen Mini Businessplan an. Das hilft dir, eine erste Orientierung zu bekommen. Mach dir dabei Folgendes klar:

  • Was ist der Wert, den du mit deinem Angebot für andere Menschen schaffst?
  • Wer sind die Menschen, die von diesem Wert profitieren?
  • Wie willst du diesen Mehrwert in die Welt tragen? Was ist deine Marketingstrategie?
  • Wie vermittelst du deiner Zielgruppe, dass sie genau dein Angebot brauchen?

Mach dir einen Cash-Flow Plan

Finde heraus, wie du dein Geld verdienen willst. Wenn du ortsunabhängig arbeitest, hast du zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Am Anfang entscheiden sich viele Digitalnomaden für den Weg als Freelancer. Hier tauschst du klassisch Zeit gegen Geld.

Daraus entwickelt sich im Laufe der Zeit häufig ein gewisser Expertenstatus, welchen du später dazu nutzen kannst, um auf ein skalierbares Geschäftsmodell umzusatteln. Hierbei tauschst du nicht mehr Zeit gegen Geld, wie im klassischen 9 to 5 Job. Stattdessen verkaufst du dein(e) Produkt(e) über externe Plattformen, wie zum Beispiel Digistore24 oder deinen eigenen Online-Shop.

Gewerbe anmelden und für eine Rechtsform entscheiden

Wenn du dich für den Weg der Selbstständigkeit entscheidest, meldest du nun ein Gewerbe an und entscheidest dich für die passende Rechtsform. Eine gute Übersicht der Rechtsformen findest du hier.

Buchhaltung und Steuern

Ordnung im Karton schaffst du mit einer strukturierten Buchhaltung. Dafür kannst du dir einen Steuerberater engagieren oder auf Tools wie Fastbill, debitoor, Papierkram oder sevDesk zurückgreifen. Einen sehr umfangreichen Überblick rund ums Thema Steuern hat Sebastian von Wirelesslife hier für dich zusammengestellt: Alles über Steuern für digitale Nomaden, Online Unternehmer und Freelancer

Tipp: Es ist empfehlenswert, von Anfang an ein separates Geschäftskonto zu eröffnen. So behältst du deine Einnahmen und betrieblichen Ausgaben im Überblick. Empfehlenswerte Banken sind zum Beispiel Kontist, N26 oder Holvi.

Wohnsitz abmelden oder behalten?

Überlege dir, ob du in Deutschland gemeldet bleiben willst oder nicht. Die Abmeldung erfolgt über das Ordnungsamt deiner Gemeinde. Durch die Abmeldung wirst du nicht staatenlos. Du bleibst deutscher Staatsbürger und behältst auch deinen deutschen Reisepass. Wenn dieser abläuft, beantragst du ihn allerdings nicht mehr bei der Stadtverwaltung bzw. beim Gemeindeamt, sondern bei der Botschaft bzw. beim Konsulat.

Aus der Abmeldung ergeben sich einige Vor- und Nachteile. Zum Beispiel wirst du aufgrund der Abmeldung kein deutsches Bankkonto eröffnen können. Für deine Kunden im deutschsprachigen Raum bzw. in Europa ist das oft schwierig. Inwieweit ein bereits bestehendes Bankkonto trotz Abmeldung erhalten bleiben kann, klärst du am besten mit deiner Bank.

Weitere Infos zum Thema Abmeldung aus Deutschland findest du hier. Wie du auch ohne Meldeadresse oder festen Wohnsitz (über)lebst

Krankenversicherung

Wenn du dich als digitaler Nomade in Vollzeit selbstständig machst und in Deutschland gemeldet bleibst, bist du zu einer Krankenversicherung verpflichtet. Bei der Krankenversicherung gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du versicherst dich freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse oder du schließt eine private Krankenversicherung ab.

Wenn dein gewöhnlicher Aufenthaltsort im Ausland ist oder du dich aus Deutschland abgemeldet hast, kannst du dich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen.

Viele digitale Nomaden haben ihre Krankenversicherung bei der HanseMerkur.

Es gibt auch internationale Krankenversicherungen, wie zum Beispiel von World Nomads.

Digitaler Nomade werden Anleitung

Quelle: Agus Dietrich / Unsplash

Destinationen und Visum

Die Welt ist groß und digitale Nomaden überall auf ihr verstreut. Ob Bali, Thailand oder Indien: Du brauchst ein Visum. Mit dem deutschen Pass hast du enorme Vorteile, denn du kannst in 127 Länder visafrei einreisen. In 39 Staaten bekommst du ein sogenanntes Visa on Arrival. Nur bei 32 Staaten ist ein Visum notwendig.

Allerdings ist die Dauer der Touristenvisa oft auf wenige Wochen begrenzt. Wenn du länger an dem Ort deiner Wahl leben willst, lohnt es sich, die Visabestimmungen der einzelnen Länder genauer zu studieren.

Hinweis: Sehr oft können Langzeitvisa nur von Deutschland aus im entsprechenden Konsulat beantragt werden. In manchen Ländern ist es nicht möglich, ein Visum für einige Länder zu beantragen. Informiere dich am besten im Vorfeld bei den entsprechenden Botschaften.

Zum Thema Visum bieten unterschiedliche Unternehmen Beratungen und Dienstleistungen an. Wenn du bereit bist, etwas Geld zu investieren und gleichzeitig Zeit und Nerven sparen willst, entscheide dich für diesen Weg. Das lohnt sich vor allem, wenn du mehrere Länder in kurzen Abständen bereisen willst. Entsprechende Stellen findest du zum Beispiel bei visabox.de oder VisumCentrale.

Tipp: Mittlerweile gibt es in einigen Staaten Langzeitvisa für digitale Nomaden. Darunter Estland, Costa Rica, Mexico oder das Smart Visa für Thailand.

Achtung: Ein Touristenvisum ist kein Arbeitsvisum. In Thailand oder auf Bali sind sicherlich die Mehrzahl digitaler Nomaden mit dem Touristenvisum unterwegs. Vermutlich wird in vielen Fällen ein Auge zugedrückt. Immerhin profitieren diese Länder von den Digitalnomaden. Allerdings muss das nicht immer und in jedem Land so sein. Auch wenn es schwer nachzuweisen ist, was du da an deinem Laptop tust: Eine Kontrolle durch die Behörden ist nicht ausgeschlossen.

Organize your Briefkasten

Natürlich bekommst du auch als digitaler Nomade weiterhin Post. Schließlich sind (noch) nicht alle um dich herum im digitalen Zeitalter angelangt. Es gibt aber mehrere Möglichkeiten, deine Post von Unterwegs aus zu managen.

Du kannst zum Beispiel einen Nachsendeauftrag einrichten und deine Post an eine Person deines Vertrauens senden lassen. In vielen Fällen ist es auch möglich, die Absender zu kontaktieren und sie zu bitten, die Informationen per Mail direkt an dich zu senden.

Darüber hinaus gibt es einige smarte Tools wie Caya, Dropscan oder Pixelletter. Mit diesen digitalen Briefkästen arbeiten viele digitale Nomaden. Deine Post wird eingescannt und du bekommst sie bequem in dein E-Mail-Postfach.

Arbeiten als digitaler Nomade

Das Leben in völliger Freiheit heißt, dass so gut wie niemand dir Vorschriften macht. Außer deine Kunden, Auftraggeber und Fans. Um denen gerecht zu werden, brauchst du einen klaren Plan.

Plane aber nicht zu viel und zu perfekt. Es ist vor allem wichtig, dass du anfängst, etwas zu verändern. Auch, wenn es jeden Tag nur kleine Schritte sind. Wichtig ist, dranzubleiben.

Kann ich als Digitalnomade arbeiten und trotzdem produktiv sein?

Es ist sicherlich schwierig, an Orten zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Am Strand mit dem Laptop sitzen? Das funktioniert nur mal kurz fürs Foto. Meist ist es dort viel zu hell und der Laptop soll schließlich auch nicht voller Sand sein. Starke Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können die Konzentration zusätzlich erschweren.

Also wie kannst du trotzdem im Paradies produktiv sein? Viele digitale Nomaden besuchen Coworking-Spaces. Die sorgen für eine gute Arbeitsatmosphäre, das Internet ist schnell und man trifft auf Gleichgesinnte.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich an eine Struktur zu halten. Beobachte dich dafür zunächst selbst: Wann sind deine produktivsten Phasen? Wie lange am Stück kannst du dich konzentrieren? In vielen Fällen ist eine gute Morgenroutine hilfreich.

Welche Jobs eignen sich als digitaler Nomade und wo finde ich sie?

Es gibt unterschiedliche Geschäftsmodelle, wenn du dich als digitaler Nomade selbstständig machen willst. Du kannst als digitaler Nomade im Angestelltenverhältnis arbeiten sowie als Unternehmer oder Freelancer.

Als Freelancer tauschst du Zeit gegen Geld. Du bietest Kunden deine Dienstleistungen an. Freelancer können zum Beispiel in folgenden Bereichen Einkommen generieren:

Unternehmer haben sich einen Expertenstatus aufgebaut beziehungsweise eine Firma gegründet und verfolgen in der Regel ein skalierbares Businessmodell. Digitale Nomaden, die als Unternehmer agieren, verdienen ihr tägliches Brot häufig in den Bereichen:

Manche Digitalnomaden befinden sich sogar weiterhin im Angestelltenverhältnis. Heute arbeiten viele Firmen ausschließlich mit Remote-Teams, Tendenz steigend. Viele Firmen, die noch vor wenigen Jahren „normale“ Bürojobs anboten, erkennen die zahlreichen Vorteile der Ortsunabhängigkeit. Die Mitarbeiter sind oft zufriedener und deutlich produktiver, wenn sie die Möglichkeit haben, im Home Office zu arbeiten. Das belegen auch immer mehr Studien und Umfragen.

Ist es vielleicht sogar in deinem Bereich möglich, ortsunabhängig zu arbeiten und gleichzeitig im Angestelltenverhältnis zu bleiben? Wenn du merkst, dass der tägliche Gang zum Büro der einzige Faktor ist, der dich nervt, bedenke diese Möglichkeit und überlege, wie du das Thema am besten bei deinem Chef ansprechen kannst.

Wenn dich aber fast alles an deinem derzeitigen Job stört, dann solltest du dein Leben nicht länger damit verschwenden. Hier findest du eine Liste mit Jobs, für die du nicht länger ins Büro musst.

Warum du dein Online Business als digitaler Nomade im Ausland starten solltest

Viele digitale Nomaden starten ihr Business unter Palmen. Das magische Wort lautet Geo-Arbitrage. Die Idee dahinter ist, dass du Kunden aus dem deutschsprachigen Raum mit deinen Produkten oder Dienstleistungen bedienst und dementsprechend in Euro bezahlt wirst. Gleichzeitig lebst du in Ländern mit günstigen Lebenshaltungskosten, wie Indonesien, Asien oder Südamerika.

Das kann gerade am Anfang eine ziemliche Entlastung sein. Trotzdem solltest du nicht mit einem fetten Minus auf dem Konto losziehen. Du solltest so viel ansparen, dass du davon locker mindestens ein halbes Jahr leben kannst.

Es sei denn, du hast bereits Vorarbeit geleistet und erste Kunden an der Angel. Eine gute Möglichkeit dafür ist, sich zuerst nebenberuflich selbstständig zu machen.

 

Wo du dich als digitaler Nomade niederlassen solltest

Hier findest du eine Auflistung der beliebtesten Hotspots für digitale Nomaden:

  • Lissabon
  • Barcelona
  • Berlin
  • Chiang Mai
  • Bali
  • Costa Rica
  • Estland
  • Kapstadt
  • Buenos Aires
  • Panama

Wichtige Links für digitale Nomaden

Fazit

Wenn du das Leben als Digitalnomade nur anstrebst, weil du mit der Kokosnuss am Strand liegen willst, dann ist das Modell möglicherweise nicht für dich geeignet. Denn es erfordert Willensstärke, Disziplin, Struktur und Klarheit. Außerdem eine ordentliche Portion Neugierde, Entdeckergeist, Flexibilität und Mut.

Denke daran: Du brauchst eine Vision – ein ganz klares Lebensziel, anhand dessen du deine nächsten Schritte ableitest. Denn dann wird es auch einfacher, Entscheidungen zu treffen und schwierige Phasen zu überstehen. Heute gibt es unendlich viele Möglichkeiten, um sich als digitaler Nomade selbst zu verwirklichen, die einzige Grenze setzt du dir selbst. Alles, was du dir vorstellen kannst, ist theoretisch auch umsetzbar. Wichtig sind die richtigen Informationen und ein Netzwerk von Menschen, die schon das erreicht haben, wo du hin willst und deine Vision.

Bist du bereit für das Leben als digitaler Nomade? Was hält dich noch zurück? Was brauchst du? Schreib es in die Kommentare!