Den meisten Selbstständigen fällt es schwer anzufangen, weil sie Angstzustände haben. Meistens ist es die Angst jemanden zu enttäuschen. Sie haben teilweise jahrelang das theoretische Wissen gesammelt, trauen sich dann aber nicht in die eigentliche Ausführungsphase ihres Planes zu springen, weil sie befürchten, jemanden hängen zu lassen.

Das ist ganz normal. Auch ich hatte diese Angst!

Ich habe schon vieles in meinem Leben ausprobiert. Doch bevor ich mich für meinen ersten professionellen Abenteuerreiseblog entschieden habe, habe ich erst ein ganzes Jahr Information gesammelt und Ideen rumgesponnen, wie groß und geil mein neuer Blog werden könnte. Dabei habe ich zugesehen, wie andere Blogs entstanden sind, die den Mut hatten, einfach mal loszulegen und tatsächlich zu machen.

Damals war mein Auslöser das Ganze professionell anzugehen das Treffen mit einem alten Fischer in Tonsai Beach in Thailand. Heute weiß ich, dass dies mein Wachrüttler war, den ich brauchte, um anzufangen. Denn davor waren es meine Ängste, die mich zurück gehalten hatten, meine Idee auch wirklich umzusetzen. Ich hatte schlichtweg Angst zu versagen, hatte Ängste meiner Familie bzw. meiner Mutter gegenüber, die nicht nur viele Jahre, sondern auch viel Geld in mich investiert hat.

1,5 Jahre Internat, viele Auslandsaufenthalte und 4 Jahre Studium, welches ich auf dem besten Wege war aufzugeben.

Was ist, wenn ich es nicht schaffe? Was mache ich dann? Kann ich zurück zum Studium? Wie soll ich mich, wenn meine Ersparnisse weg sind, finanzieren? Habe ich das Zeug zum Selbstständigen/Entrepreneur?

Was kannst du tun, um deinen Ängsten im wahrsten Sinne des Wortes, in die Augen zu schauen?

– Setze dich mit dir selbst auseinander

Der erste Schritt zum selbstbestimmten Leben ist es, mit sich selbst im Reinen zu sein. Wie oft redest du dir ein, dass du es nicht schaffst, nicht kannst und sowieso nicht wirklich das Zeug hast? Wie sehr schnürt es dir beim Gedanken an diese Dinge die Kehle zu und du bekommst keine Luft mehr? Wie stark ist der Druck auf der Brust, wenn du nur ganz kurz daran denkst?

Das macht kein Spaß und diese Dinge gehen nicht einfach so weg. Auch nicht, wenn du den Ort wechselst und in Thailand Inselhopping betreibst. Diese Probleme und Ängste müssen beseitigt werden und das kannst nur du. Aber dafür, musst du dir die Zeit nehmen und dich mit dir selbst auseinander setzen. Wenn du dazu nicht stark genug bist, solltest du dir professionelle Hilfe holen. Vielleicht kann dir ein Psychologe oder ein Life-Coach helfen.

Ein Psychologe ist nichts Schlimmes oder Negatives. Auch ich habe eine Zeit lang einen in Anspruch genommen und bin dadurch nicht weniger oder mehr verrückt als du! Er kann dir nämlich helfen auf das eigentliche Problem einzugehen, zu erkennen, was dich zurück hält, und wovor du Angst hast. Indem du darüber sprichst wird die alles bewusst und so lernst du auch diese grauen Wolken (Ängste und Probleme) bei Seite zu schieben und zu ignorieren.

– Denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen 

Ein Spruch, den ich immer wieder von Conni von Planetbackpack.de zu hören bekomme, und den schon ihre Mutter immer zu ihr gesagt hat – DIPSL – Denke nicht in Problemen, sondern in Lösungen.

Dieser Spruch ist einfach so wahr bei allem, was du ihm Leben so angehst, sei es, wie in diesem Fall, Ängste, oder bei einem Online Business Probleme mit dem Bezahlvorgang. Nicht in Problemen sondern in fucking Lösungen denken! Was ist die Lösung für deine Ängste? Da kann ich dir keine Pauschalantwort drauf geben, aber der erste und wichtigste Schritt ist immer darüber zu reden.

– Spreche deine Ängste aus

Das Beste ist, wenn du mit der Person sprichst, vor der du Angst hast sie zu enttäuschen. Wenn du aber mit der Person, vor der du so Angst hast sie zu enttäuschen (noch) nicht reden kannst, dann solltest du dir, genaue wie im ersten Punkt erwähnt, professionelle Hilfe holen. Entweder in Form eines Psychologen oder Life Coach.

So eine professionelle Hilfe solltest du dir aber nicht mal eben ganz spontan und unbedacht suchen, sondern du solltest diese Suche mit etwas Zeit und vor allem viel Feingefühl angehen. Schließlich willst du nicht einfach so jemanden von deinen Ängsten erzählen und dich vor einem fremden Menschen nackig machen. Dafür brauchst du Vertrauen in die andere Person. Wie du einen richtigen Psychologen oder Life Coach findest, erfährst du hier!

– Sei offen und teile deine Ängste

Egal ob du mit einem Psychologen oder Life-Coach sprichst oder mit der Person, vor der du Angst hast sie zu enttäuschen, sei offen und teile deine Ängste!

Sag ihr: “Hey, ich möchte mich selbstständig mit XY machen, und die Selbstständigkeit ist echt schwer, aber ich weiß, dass ich es mit der Zeit schaffen kann. Ich muss nur Wissen, dass dies für dich ok ist, und egal was passiert, du mich weiterhin respektierst und wieder aufnimmst und aufbaust. Denn wenn du das nicht tust, kann mich das so runterziehen, dass ich es kein zweites oder drittes Mal versuchen werde. Ich habe Angst dich zu enttäuschen und diese Angst hat mich bisher zurückgehalten den nächsten und entscheidenen Schritt zu nehmen!”

Denn das ist es: das Leben als Selbstständiger ist nicht einfach und es werden immer wieder Momente, Situationen und Zeiten kommen, wo es eher zurück geht statt vorwärts und genau in diesen Zeiten ist es wichtig, dass diese Person da ist und dich weiterhin motiviert und nicht da steht und mit einem Finger auf dich zeigt und sagt: “ich habe es dir doch gesagt, du kannst das einfach nicht!”

Mach dir klar, dass die Selbstständigkeit kein einfaches Spiel ist und das du in diesem Spiel für hoffentlich immer bleibst. Es kann sein, dass dich irgendwer auf dem Weg zum Ziel aus der Bahn wirft und du wieder einen Push brauchst, um erneut zu starten. Es wird diese Rückschläge immer wieder geben.

Aber es wird auch diese grandiosen Momente geben, in denen du dich wie im siebten Himmel fühlst und an anderen vorbei rennst – und diese Momente überwiegen meistens! Also ärgere dich nicht, wenn du mal zurück geworfen wirst. Siehe nur zu, dass diese Person, vor der du so viel Angst hast sie zu enttäuschen, da ist, um dir den Rücken zu stärken, wenn du es am meisten brauchst!

Auch ich habe mich mit meiner Mutter irgendwann hingesetzt und über meine Ängste geredet. Ich habe ihr gesagt, dass ich das Studium vielleicht nicht zu Ende führen werde (ich bin nach wie vor in den Niederlanden eingeschrieben und muss nur noch meine Bachelorearbeit schreiben) und ihr gesagt, dass ich ihr ok dafür brauche, um den nächsten Schritt in meiner Karriere als Digitaler Nomade zu nehmen. Seitdem kann ich mit ruhigen Gewissen das tun, was mir am meisten Spaß macht!

Fazit:

Jeder von uns hat eine oder mehrere Personen im Leben vor der wir Angst haben sie zu enttäuschen. Es ist wichtig für deine persönliche Entwicklung, dass du dich mit dieser Person hinsetzt und über diese Probleme bzw. Ängste sprichst, damit du auf das nächste Level steigen kannst!

Ein Kommentar

  1. Hallo Sebastian,

    ich verfolge nur seit ein paar Wochen deinen Blog. Ich finde besonders dein Fazit in diesem Artikel interessant und empfehlenswert, denn häufig sind die eigenen Ängste gar nicht begründet und in offenen Gesprächen erfährt man häufig sehr viel Rückhalt und Unterstützung.

    Weiter so!

    Beste Grüße

    André

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