Wenn du nicht gerade Freunde oder Verwandte hast, die schon selbstständig sind, wirst du vermutlich in den seltensten Fällen mit den Grundlagen des Unternehmertums vertraut sein. Immerhin lernen die wenigsten von uns in der Schule, wie die Gründung eines Unternehmens funktioniert. Hinzu kommt, dass wir es nicht gewohnt sind, uns die wesentlichen Fragen zu stellen, mit denen sich ein Existenzgründer vor und während der Selbstständigkeit beschäftigt, beziehungsweise beschäftigen sollte.

In diesem ultimativen Guide dreht sich alles um das Thema Selbstständigkeit, von der Finanzierung, über mögliche Formen der Unternehmensgründung bis hin zum Businessplan und Strategien der Unternehmensführung.

Wie kann ich selbstständig werden? Von der Gründung zum Start in die Selbstständigkeit

Der Schlüssel bei der Selbstständigkeit ist nicht nur das richtige Mindset, sondern eine ausgeklügelte Strategie. Vor der eigentlichen Existenzgründung solltest du dir Gedanken darüber machen, was du eigentlich mit einer Gründung bezwecken willst. Das mag zunächst wie ein überflüssiger Schritt klingen, ist allerdings genau genommen die Grundlage für deine Selbstständigkeit.

Diese wesentlichen Fragen solltest du dir vor der Gründung stellen

Finde heraus, was deine Vision sowie deine Ziele und Werte im Leben sind. Das ist bei einer Existenzgründung sozusagen Schritt 0 und bildet das Fundament, auf der dein Unternehmen in Zukunft stehen wird. Je detaillierter und stärker dieses Fundament ist, desto stabiler und nachhaltiger wird auch dein Unternehmen sein.

  • Warum willst du selbstständig werden? Was ist deine Motivation?
  • Was sind deine Werte und Ziele im Leben?
  • Was sind deine Leidenschaften und Talente?
  • Womit verbringst du den größten Teil deines Tages, wenn du nicht arbeiten musst?
  • Was macht dich glücklich?
  • Wie sieht dein idealer Tagesablauf aus?

Selbstständig werden – die Grundlagen

Natürlich erfordert der Schritt in die Selbstständigkeit Mut und die Bereitschaft, eigenständig und selbstorganisiert zu arbeiten. Dabei musst du allerdings nichts übers sprichwörtliche Knie brechen. Du kannst deine Selbstständigkeit locker nebenberuflich von zu Hause aus starten und musst in der Planungsphase auch noch gar keine großen Investitionen tätigen.

Wenn du planst, ortsunabhängig selbstständig zu werden, kannst du theoretisch von überall auf der Welt arbeiten. Beliebte Orte für digitale Nomaden sind Thailand und Indonesien, weil hier die Lebenshaltungskosten gering sind und vor allen Dingen in Chiang Mai und Bali die digitale Nomadenszene überdurchschnittlich vertreten ist. Du hast also trotz Selbstständigkeit im Ausland auch immer die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, mit denen du dich vernetzen kannst und vielleicht sogar gemeinsame Projekte startest.

Das Schöne an der ortsunabhängigen Selbstständigkeit ist, dass du auch von Deutschland aus nebenbei starten kannst. Wenn du dann ein Gefühl dafür bekommen hast, wie sich selbstständig sein anfühlt, erste Einnahmen generierst und ausreichend Rücklagen auf der hohen Kante hast, kannst du dein Unternehmen von überall in der Welt führen und mit Reisen verbinden.

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Die ultimative Checkliste für die ersten Schritte deiner Existenzgründung

Mit der folgenden Checkliste möchte ich dir einige Tipps an die Hand geben, wie du die ersten Schritte in die Selbstständigkeit meisterst. Nimm dir also Zettel und Stift zur Hand und beantworte folgende Fragen:

  • Welche Art von Selbstständigkeit willst du?
  • Möchtest du eine Dienstleistung oder ein Produkt anbieten?
  • Wer ist deine Zielgruppe?
  • Welchen Zweck soll dein Unternehmen haben?
  • Welche Leistungen willst du anbieten und welchen Kundennutzen haben diese Leistungen?

Beim selbstständig werden kommt es vor allem auf die richtige Strategie an. Dafür solltest du zunächst einmal darüber nachdenken, von wo aus du startest. Ob du dich mitten im Studium befindest, arbeitslos bist oder noch einen Job hast, aus dem du aussteigen willst. Für jeden Ausgangspunkt gibt es die richtige Strategie.

Selbstständig werden Start

Quelle: Saulo Mohana / Unsplash

Selbstständig machen aus der Arbeitslosigkeit

Viele Menschen erwägen den Schritt in die Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus. Das ist eine gute Ausgangsposition, denn im Grunde genommen hast Du ja keinen Job zu verlieren und gehst wenig Risiko ein. Außerdem kannst Du den Gründungszuschuss nur beantragen, wenn Du arbeitslos bist und du noch mindestens 150 Tage Restanspruch auf ALG I hast.

Der Gründungszuschuss wird für den Zeitraum von 6 Monaten ausgezahlt und muss später nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe des Zuschusses entspricht der Höhe deines Anspruchs auf ALG I plus 300 € für die Sozialversicherungsausgaben. Nach 6 Monaten kannst du einen Antrag auf Verlängerung stellen. Du musst dann eine Geschäftstätigkeit nachweisen und hast die Möglichkeit, für weitere 9 Monate 300 € monatlich rückzahlungsfrei zu bekommen.

Bedenke, dass du komplett vom Arbeitsamt abgemeldet bist, wenn du den Zuschuss beziehst und dich selbst versichern musst. Sämtliche Leistungen des Arbeitsamts wie beispielsweise Beratungen fallen dann weg.

Aus der bestehenden Beschäftigung in die Selbstständigkeit

Wenn du in deinem Berufsfeld selbstständig werden willst und genügend Rücklagen gebildet hast, kannst du dich aus deinem bestehenden Beschäftigungsverhältnis selbstständig machen. Dafür musst du lediglich kündigen und dein Gewerbe beim zuständigen Finanzamt anmelden.

Nebenberuflich selbstständig werden

Wenn dein Arbeitgeber damit einverstanden ist und es keine Interessenkonflikte gibt, kannst du deine Selbstständigkeit nebenberuflich starten. Solange du deinen Pflichten im Job weiterhin nachgehst, nicht zur Konkurrenz deines Arbeitgebers wirst oder der Arbeitsvertrag eine Nebenbeschäftigung ausdrücklich ausschließt, sollte dein Arbeitgeber mit dem Nebengewerbe einverstanden sein.

Gründung aus Studium und Universität

Es ist ohne Weiteres möglich, schon während deines Studiums selbstständig zu werden. Entscheide im Idealfall vorab, wie viel Zeit du für dein Business sowie für dein Studium aufwenden musst. Hier ist ein gutes Zeitmanagement und das Setzen von Prioritäten von großer Bedeutung.

7 Gründe, warum du dich jetzt selbstständig machen solltest

1. Du wirst enorm viel dazu lernen.

Wenn du selbstständig bist, solltest du ein unbändiges Verlangen nach Wissen haben, denn du wirst fast täglich etwas Neues dazulernen. Wenn du dich im Beschäftigungsverhältnis befindest, fokussierst du dich lediglich auf dein Aufgabenfeld und hast unter Umständen hier und da eine Weiterbildung oder ein Seminar. Als dein eigener Chef bist du jedoch für alles selbst verantwortlich – vom Marketing über die Buchhaltung bis hin zur Finanzierung und Mitarbeiterführung. Du solltest ständig auf dem neusten Stand sein über aktuelle Technologien, Tools, Verbrauchertrends und Branchennachrichten. So wird dein Leben zum progressiven Abenteuer.

2. Du wirst mehr Selbstvertrauen entwickeln und lernen, auf deine Intuition zu vertrauen.

Die Gründung eines eigenen Unternehmens erfordert unter anderem die Fähigkeiten, eigene Ideen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen. Du wirst lernen, deinem Bauchgefühl zu vertrauen, weil niemand sonst dein Geschäft so gut kennt wie du. Dafür musst du auch bereit sein, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Mit der Zeit werden deine Entscheidungen besser und du entwickelst dich und dein Business stetig weiter.

3. Du bist jeden Tag motiviert, weil du liebst, was du tust.

Sicherlich ist dies einer der Hauptgründe, warum Menschen ihr eigenes Ding starten wollen. Nichts ist so erfüllend, wie den eigenen Traum zu Leben und der Leidenschaft zu folgen. Die Gründung eines Unternehmens ist ein spannendes Abenteuer, was dir sicherlich die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten wird. Alles wird sich um die Weiterentwicklung und Optimierung deines Business drehen.

4. Du hast die Chance, deiner Leidenschaft zu folgen.

Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist ein spannendes Abenteuer. Du steckst all deine Zeit, Energie und Ressourcen in das Projekt Selbstständigkeit. Die Belohnung ist nicht unbedingt ausschließlich das Geld. Die Belohnung ist, dein eigener Chef zu sein und etwas zu erschaffen, das du wirklich besitzt und liebst.

5. Du wirst mutiger und risikobereiter werden.

Die Gründung eines Unternehmens ist eine Herausforderung und kann am Anfang ziemlich beängstigend sein. Du musst dich immer wieder selbst motivieren, an dich und deine Träume glauben und immer wieder mutige Entscheidungen treffen. Du wirfst selbstbegrenzende Glaubenssätze Stück für Stück über Bord und wirst lernen, deine Ängste allmählich loszulassen. Jedes Mal, wenn du Angst spürst, wirst du es trotzdem tun, weiter machen und somit deine Komfortzone immer mehr erweitern.

6. Du wirst zum Macher.

Sicherlich kennst auch du einige Menschen, die lediglich reden, aber nichts dafür tun. Als Unternehmer wirst du zum Macher und lässt deinen Worten auch Taten folgen. Tatsächlich werden die Dinge nicht passieren, wenn du nichts unternimmst. Als Selbstständiger übernimmst du die Verantwortung für deine Taten und musst mit den Konsequenzen leben. Du bist auf dich allein gestellt und nur Handlungen werden deine Idee zum Leben erwecken.

7. Du wirst viele faszinierende und inspirierende Menschen treffen.

Als Selbstständiger wirst du dich mit anderen Unternehmern vernetzen und weltweit Kontakte zu interessanten und inspirierenden Menschen knüpfen. Du wirst innovative Geschäftsmodelle kennenlernen, die dein eigenes Unternehmen bereichern werden und vielleicht sogar die ein oder andere spannende Kooperation starten.

Selbstständig werden Hürden

Quelle: Tim Gouw / Unsplash

7 Gründe, warum du lieber die Finger von der Existenzgründung lassen solltest

1. Du rennst vor etwas weg.

Du kannst deinen Job nicht mehr ausstehen, hast ständig Ärger mit dem Chef oder den Kollegen und gehst davon aus, dass die anderen Schuld daran sind, dass du nicht zufrieden bist. Selbstständig zu werden, um dem Alltagsstress zu entfliehen und endlich selbst das Sagen zu haben scheint eine hervorragende Lösung zu sein. Wenn das die Hauptmotivation für deine Existenzgründung ist, dann steht dein Unternehmen auf einem wackeligen Fundament.

2. Du willst die volle Kontrolle.

Wenn du ein Kontrollfreak bist und alles immer perfekt sein muss, damit du dich wohlfühlst, wirst du vermutlich die ein oder andere Krise mit deinem eigenen Unternehmen erleben. Auch wenn es so scheint, dass der Boss immer die Kontrolle über alles hat, ist dem nicht immer so. Du wirst vermutlich täglich mit vielen Dingen konfrontiert, die außerhalb deiner Kontrolle liegen und musst kreative Lösungen finden.

3. Viel Geld verdienen ist deine Hauptmotivation.

Wenn Geld deine Hauptmotivation ist, ein eigenes Business zu gründen, dann solltest du deine Entscheidung nochmal genau überdenken. Natürlich sollst du groß träumen und es ist auch überhaupt nichts Verwerfliches an dem Wunsch, reich zu sein. Bei all den Höhen und Tiefen, die das Unternehmertum mit sich bringt, wird die Motivation Geld allein allerdings nicht nachhaltig sein. Überlege dir lieber, was genau Geld für dich bedeutet und warum du reich sein willst. Wie viel Geld brauchst du eigentlich, um reich zu sein? Was würdest du mit dem Reichtum anstellen? Welche Bedürfnisse, Wünsche und Träume würdest du dir mit Geld erfüllen?

4. Du hast eine Leidenschaft aber keinen Plan.

Die größte Leidenschaft und die beste Idee sind nutzlos, wenn du deine Hausaufgaben nicht machst. Wenn du der größte Fan deines Produkts oder deiner Dienstleistung bist, dann ist das hervorragend. Allerdings ist es noch wichtiger, herauszufinden, was deine Kunden wollen. Dafür solltest du eine detaillierte Marktanalyse durchführen und auch einen Blick auf deine Konkurrenz werfen. Finde heraus, was die Leute tatsächlich brauchen und lass dich nicht zu sehr davon blenden, was du selbst am besten findest. Wenn du nicht weißt, wer dein Produkt kaufen wird und warum, dann ist dein Unternehmen zum Scheitern verurteilt.

5. Du bist nicht bereit, Fehler zu machen.

Wenn du nicht mit Fehlern leben kannst, dann gründe kein eigenes Unternehmen. Es ist ganz normal, dass wir auf dem Weg der Existenzgründung Fehler machen. Du kannst nicht erwarten, neue Wege zu beschreiten, ohne dich auch mal zu verlaufen. Das Geheimnis ist, aus Fehlern zu lernen, weiterzumachen und dranzubleiben.

6. Du möchtest mehr Freizeit und Urlaub.

Wenn du dein eigener Chef bist, dann hast du mehr Zeit für dich? Diese Erwartung ist leider eine Illusion. Die Gründung eines Unternehmens erfordert gerade in der Anfangsphase viel Zeit, Kraft und Energie. Daher ist es auch so wichtig, dass du etwas tust, wofür du brennst. Gerade in der Gründungsphase gibt es so viel zu tun und zu lernen, dass es durchaus ein 24/7 Job sein kann. Wenn also mehr Freizeit und Urlaub deine Hauptmotivation für die Gründung ist, dann solltest du die Entscheidung noch einmal gründlich überdenken.

7. Du hast ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis nach Sicherheit.

Mit einem eigenen Unternehmen kannst und solltest du planen, was du in Zukunft erreichen willst und regelmäßig Ziele formulieren. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass alles genau nach Plan läuft. Natürlich kennt jeder Unternehmer Zukunfts- und Existenzängste. Obwohl Phasen von Angstzuständen normal sind, solltest du lernen, sie zu überwinden. Lerne lösungsorientiert zu denken, statt problemorientiert. Wenn du ohne Sicherheit und nachts kein Auge zu tun kannst, dann ist die Selbstständigkeit vermutlich nicht das Richtige für dich.

Von der Geschäftsidee zum Konzept – Selbstständig werden Schritt für Schritt

Start in die Selbstständigkeit

Quelle: Danielle Macinnes / Unsplash

Du hast nun also einige Vor- und Nachteile der Gründung gesehen. Es ist wichtig, neben den enormen Entwicklungschancen und Vorteilen, die das selbstständig werden mit sich bringt, auch die negativen Aspekte zu beleuchten. Nicht jeder ist für die Selbstständigkeit geschaffen und das Bild vom digitalen Nomaden, der den ganzen Tag fröhlich mit einer Kokosnuss in der Hand und dem Laptop auf dem Schoß am Strand chillt, ist in vielen Fällen lediglich eine gut gemeinte Marketingstrategie.

Gerade in der Startphase erfordert die Gründung eines eigenen Unternehmens viel Mut, Kraft, Engagement und teilweise eine hohe Frustrationstoleranz. Mit der richtigen Strategie, einigen smarten Tools und vor allen Dingen mit dem richtigen Know-How wird der Weg zum eigenen Business allerdings zum spannenden Abenteuer. Folgende Schritte können dir dabei außerdem helfen:

Dream Big – kreiere deine Vision

Bevor du startest, male dir so detailliert wie möglich aus, wie deine Zukunft als Unternehmer aussieht. Visualisiere detailgetreu, was du tun wirst, mit wem und wer sich mit dir freuen wird.
Eine gute Übung dafür ist folgende: Nimm dir Zettel und Stift und stell dir vor, du befindest dich 30 Jahre in der Zukunft. Anlässlich deines 30-jährigen Firmenjubiläums hast du all deine Freunde und Verwandten sowie deine Mitarbeiter zu einem großen Fest eingeladen. Nun stehst du vor ihnen, blickst nacheinander in deren Gesichter und hältst eine Rede. Jetzt bist du dran! Schreibe die Rede für dein 30-jähriges Firmenjubiläum. Wem willst du danken? Was hast du erreicht? Wer hat dir geholfen? Lass deiner Kreativität freien Lauf und dream big.

“Wenn du Erfolg haben willst, begrenze dich” – Augustin Saint-Benue

Finde im Vorfeld möglichst genau heraus, wer du bist, was du kannst und was du willst. Was ist deine Leidenschaft und wer braucht deine Dienstleistung? Für und mit wem wirst du arbeiten und was sind deine Kernkompetenzen? Außerdem kann es enorm hilfreich sein, zu wissen, was du auf keinen Fall tun willst. Gerade in Krisenzeiten neigen viele frisch gebackene Unternehmer dazu, sich auf faule Kompromisse einzulassen. Das kann allerdings im Laufe der Zeit dazu führen, dass dein Traum vom eigenen Business zum Alptraum wird und du dich sogar nach deinem alten Job zurücksehnst.

Die Wahl der richtigen Zielgruppe

Um herauszufinden, wer deine Zielgruppe ist, beantworte die folgenden W-Fragen:

  • Wer braucht dein Angebot, deine Dienstleistung oder dein Produkt?
  • Was sind die Probleme deiner Zielgruppe und wie kannst du diese lösen?
  • Warum sollte deine Zielgruppe deine Dienstleistung in Anspruch nehmen oder dein Produkt kaufen?
  • Welchen Mehrwert bietest du?
  • Wo hält sich deine Zielgruppe auf?

Hierfür ist es hilfreich, einen Avatar deines idealen Kunden zu erstellen. Ein Avatar repräsentiert den Durchschnitt deiner Zielgruppe. Je besser du ihn oder sie kennst, desto optimaler kannst du dein Angebot auf die Bedürfnisse deiner Kunden zuschneiden.

Weitere wichtige Fragen zur Zielgruppenanalyse:

  • Welchen Kunden bringe ich mit meinem Angebot den größten Nutzen?
  • Wie erreiche ich meine Zielgruppe und wo?
  • Mit welchen Kunden kann ich am einfachsten in Kontakt kommen?
  • Welche Produkte und Dienstleistungen werden für meine Kunden bereits angeboten?
  • Wann, wie und bei wem kauft meine Zielgruppe?

Formuliere deine Gründungsidee

Es mag selbstverständlich erscheinen und vermutlich fragst du dich, warum es so wichtig ist, deine Gründungsidee zu formulieren. Wenn dich jemand fragt, was du so machst, sollte dieser Satz wie aus der Pistole geschossen kommen. Vermutlich hast du schonmal etwas vom sogenannten “Elevator Pitch” gehört. Ein Elevator Pitch ist eine kurze Erklärung, was du in deinem Unternehmen tust und dient dazu, Interesse bei potentiellen Kunden, Investoren oder Mitarbeitern zu wecken. Sage was du tust, für wen und was der Mehrwert deines Angebots für den Kunden ist.

Außerdem beschreibt deine Gründungsidee auch dein Alleinstellungsmerkmal. Was hebt dich von deiner Konkurrenz ab und warum macht genau dein Angebot den Unterschied? Beschreibe deine Dienstleistung beziehungsweise dein Produkt so genau wie möglich. Warum ist es einzigartig und kann nicht kopiert werden? Deine Angebote sollten deinen Kunden stets Mehrwert liefern, ein Problem lösen und hochwertig sein.

Marktanalyse – checke deine Konkurrenz

Es ist wichtig, herauszufinden, was deine Konkurrenz so treibt. Das hilft dir dabei, dein eigenes Produkt zu optimieren. Wirf auch einen Blick auf die Websites, Social Media Kanäle oder Onlineshops deiner Wettbewerber.

  • Wer sind deine Hauptkonkurrenten und an welchen Standorten befinden sie sich?
  • Welche Produkte und Dienstleistungen bietet deine Konkurrenz an?
  • Welche Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale zeichnet deine Konkurrenz aus?
  • Was kosten die Angebote deiner Wettbewerber?
  • Gibt es Rabatte oder besondere Aktionen?
  • Welche Meinung haben die Kunden von der Konkurrenz?
  • Wie vertreibt deine Konkurrenz ihre Produkte?

Voraussetzungen und Möglichkeiten, um selbstständig zu werden

Im Prinzip brauchst du keine spezielle Ausbildung oder bestimmte Voraussetzungen, um dich selbstständig zu machen. Ob du studiert oder eine Berufsausbildung gemacht hast, ob du dein Studium abgebrochen oder frühzeitig von der Schule abgegangen bist: Um selbstständig zu werden brauchst du etwas, was du in keiner Schule lernen kannst. Du brauchst Feuer! Das ist die Grundlage, um dein Business zu starten.

Allerdings gibt es gewisse Eigenschaften, die ein Unternehmer aufweisen oder sich aneignen sollte, um erfolgreich zu sein. Du solltest wissensdurstig sein und die Bereitschaft haben, dich und dein Business ständig weiterzuentwickeln. Loslassen ist genauso wichtig, wie dranzubleiben. Es ist wichtig, Entscheidungen zu treffen und ein Gespür dafür zu entwickeln, was als nächstes ansteht und wie du deine Prioritäten setzt.

Stell dir zunächst die Frage, was du willst und erstelle dann einen Fahrplan, wie du da hinkommen könntest. Welchen Mehrwert kannst du anderen Menschen liefern? Welche Kooperationen machen Sinn? Die Vernetzung mit anderen Unternehmern ist nicht nur äußerst inspirierend, sie hilft dir auch dabei, selbst voranzukommen.

Selbstständig werden Finanzierung

Quelle: Kody Gautier / Unsplash

Selbstständig werden – Finanzierung

Stell dir zunächst die Frage, wie viel Geld du für die Gründung benötigst. Wenn du als Dropshipper selbstständig werden möchtest, benötigst du beispielsweise deutlich weniger Startkapital, als für die Eröffnung eines Restaurants in Berlin Mitte. Im Normalfall ist der Start eines Onlinebusiness mit relativ geringen Kosten verbunden. Bei größeren Projekten lohnt es sich allerdings, zu investieren.

Bedenke auch, dass du die Beiträge für Sozialversicherungen selbst tragen musst, wenn du dein Unternehmen hauptberuflich führst. Hinzu kommen Kosten für Versicherung wie zum Beispiel die betriebliche Haftpflichtversicherung oder Rechtsschutzversicherung. Darüber hinaus können Kosten für die Buchhaltung und Steuerberatung anfallen.

Außerdem solltest du dir ausrechnen, wie hoch deine monatlichen Lebenshaltungskosten. Dies beinhaltet laufende Kosten für Verpflegung, Unterkunft, Kleidung und Ausgaben für Freizeitaktivitäten. Darüber hinaus solltest du Rücklagen von 2 bis 3 Monatsgehältern bilden, um eventuelle Sonderausgaben zu tätigen beziehungsweise Flauten zu überbrücken.

Hier findest du eine Liste der Finanzierungsmöglichkeiten:

Wichtige Links zum Thema Finanzierung und Existenzgründung:

Die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Selbstständigkeit

Brauche ich einen Businessplan?

Ein Businessplan kann ein hilfreiches Tool sein um selbstständig zu werden und dient dir als Fahrplan. Außerdem benötigst du einen Businessplan, wenn du den Gründungszuschuss beantragen möchtest. Darüber hinaus verlangen potenzielle Investoren in den meisten Fällen einen gut ausgearbeiteten Businessplan.


Inhalte eines Businessplans:

  • Unternehmenskonzept
  • Gründungsidee
  • Leistungsangebot
  • Zielgruppenanalyse
  • Standort- und Konkurrenzanalyse
  • Marketingplanung
  • Rechtsform
  • Finanzplanung
  • Wer hilft mir beim Businessplan?

Es gibt zahlreiche Gründungsberater, die dir bei der Erstellung deines Businessplans helfen. Außerdem kannst du dich auch von der Agentur für Arbeit beraten lassen. Diese vermittelt auch gegebenenfalls kostenfreie Gründungsberatungen.

Wo finde ich Beratung, wenn ich mich selbstständig machen will?

Neben der Gründungsberatung wirst du auch eine gute Rechtsberatung und Steuerberatung benötigen. Es gibt zahlreiche staatliche Beratungsangebote und Agenturen, die sich auf die Beratung und Begleitung von Selbstständigen spezialisiert haben. Das Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die IHK oder HWK bieten Beratungen und regelmäßige Veranstaltungen zum Thema Gründung an.

Außerdem hilft die Arbeitsagentur bei Fragen rund um die Gründung. Du bekommst Hilfe bei der Erstellung deines Businessplans, Beratungen zu Fördermitteln und Zuschüssen sowie Vermittlung zu Coachings und Gründerberatungen.

Freiberuflich arbeiten oder Gewerbe anmelden?

Die Entscheidung, ob du ein Gewerbe anmelden musst oder nicht trifft das für dich zuständige Finanzamt. Hierbei kommt es darauf an, welche Merkmale deine selbstständige Tätigkeit aufweist. Wenn du physische Produkte verkaufst, musst du in jedem Fall ein Gewerbe anmelden. Arbeitest du beispielsweise als Schriftsteller oder übst eine lehrende Tätigkeit aus, dann musst du kein Gewerbe anmelden und die Gewerbesteuer fällt somit auch weg. Die Anmeldung eines Gewerbes ist ziemlich einfach und die Kosten liegen zwischen 15 € und 65 €.

Was kann ich studieren, um selbstständig zu werden?

Eine gute Vorbereitung auf die Selbstständigkeit bieten Studiengänge die Themenbereiche wie BWL, Marketing oder Wirtschaft abdecken. Darüber hinaus gibt es Master Studiengänge zum Thema Entrepreneurship, Mittelstandsmanagement und Unternehmensführung. Allerdings kannst du dich in jedem Bereich auch ohne Studium selbstständig machen, wenn du nicht gerade eine Arztpraxis oder deine eigene Anwaltskanzlei eröffnen willst.

Mit welchen Jobs kann ich selbstständig werden?

Es ist wichtig, dass du mit deinem Angebot ein Problem löst, beziehungsweise ein Bedürfnis erfüllst. Du kannst dich mit sämtlichen Jobs selbstständig machen. Ob als Übersetzer, Werbetexter, Keynotespeaker, Webdesigner, Hochzeitsplaner oder Besitzer eines Feinkostladens. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Hier findest du beispielsweise fünf Jobs, mit denen du ortsunabhängig selbstständig werden kannst.

Mein Fazit zum Thema selbstständig werden

Bei der Selbstständigkeit wirst du Höhen und Tiefen erleben und du wirst in der Startphase eine große Portion Durchhaltevermögen benötigen. Die Startphase dauert bei den meisten Existenzgründern 2 bis 3 Jahre. Um diese Zeit zu überstehen, muss deine Vision und Motivation besonders groß sein. Das Ziel, viel Geld zu verdienen allein reicht als Motivation nicht aus. Dein Warum muss deutlich leidenschaftlicher sein. Wenn du für dein Thema brennst und dir klar machst, warum du dich selbstständig machen willst, dann wirst du auch die Herausforderungen der Gründungsphase überwinden. Du hast nicht nur die Chance, ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen, sondern wirst auch deine Persönlichkeit in ungeahntem Maße weiterentwickeln.

Aber keine Sorge – du bist ja nicht der erste Mensch, der sich selbstständig macht und deshalb auch nicht allein! Um dich beim selbstständig werden zu unterstützen, findest du hier auf TravelWorkLive neben zahlreichen Tipps rund um die Themen Existenzgründung, ortsunabhängiges Arbeiten, digitale Nomaden auch Interviews mit anderen Menschen die sich bereits selbstständig gemacht haben und uns mit zusätzlichen wertvollen Expertentipps versorgen.

Denkst du noch darüber nach, selbstständig zu werden, oder hast du den Schritt vielleicht bereits gewagt? Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wo du gerade stehst, was dich noch abhält oder ob du noch weitere Tipps für Menschen hast, die gerne selbstständig werden würden. Ich bin gespannt!

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