Schon verrückt – 2020 sollte mein Jahr werden (wie wahrscheinlich bei vielen 😅) – mein erstes volles Jahr ohne eigene Wohnung und nur mit einem Koffer, aber dafür mit umso mehr Plänen und großer Vorfreude. Tja, da hat das Coronavirus wohl uns allen einen schönen Strich durch die Rechnung gemacht. Für digitale Nomaden, die wie ich aus dem Koffer leben und mindestens alle paar Monate weitereisen wollten, gestaltet sich die aktuelle Situation nun doch sehr interessant und erfordert einiges an Spontanität und Improvisation. Und auch bei allen, die in 2020 erst als digitale Nomaden loslegen wollten oder einfach große Pläne mit ihrem Online Business hatten, ist nun in vielen Bereichen Umplanung und Flexibilität gefragt.

Nachdem ich selbst langsam den ersten Schock und Frust weitestgehend überwunden habe, möchte ich im Folgenden versuchen, uns ein kleines „Corona-Notfall-Kit für (angehende) digitale Nomaden“ zusammenzustellen. 😃 Ich hoffe, ich kann so vielleicht dazu beitragen, dass auch Du die Zeit, die wir jetzt noch mit all den Einschränkungen vor uns haben, so gut es geht genießen und für Dich nutzen kannst.

Mit Corona richtig umgehen: Die Essentials zum richtigen Verhalten

Wie man sich allgemein in der aktuellen Situation verhalten sollte, ist durch die Info-Flut auf allen Kanälen hoffentlich inzwischen bekannt und sitzt wie im Schlaf. 😃 Deshalb werde ich das hier jetzt nicht nochmal alles wiedergeben. Solltest Du trotzdem noch Fragen zum Verhalten in der aktuellen Situation haben oder Dich weiter informieren wollen, kann ich Dir die beiden Seiten vom Bundesministerium für Gesundheit empfehlen:

Noch eine Bitte: Auch wenn die aktuellen Vorkehrungen nervig sind und die persönliche Freiheit ganz schön einschränken – bitte halte Dich daran. ❤️ Wenn wir alle an einem Strang ziehen und uns für einen gewissen Zeitraum alle zurücknehmen, können wir gemeinsam dafür sorgen, dass das Virus zeitnah so gut es geht eingedämmt wird, weniger Menschen ihr Leben verlieren und wir schneller wieder „back to normal“ können.

Als digitaler Nomade von Corona ausgebremst? I feel you!

Das Coronavirus hat langsam auch die letzten Ecken der Welt erreicht und die meisten Länder ziehen mit ihren Reisebeschränkungen sowie Kontakt- oder Ausgangssperren nach. Die meisten Grenzen sind schon dicht und langsam werden wohl auch die letzten Flüge gestrichen. Für uns digitale Nomaden bedeutet das, eine Unterkunft und das Visum so gut es geht so zu organisieren, dass man für einen längeren Zeitraum auch ohne Probleme dort bleiben kann. Ich hoffe, das hast Du für Dich bereits gut lösen können.

Nun heißt es, es sich „Zuhause“ gemütlich zu machen und die Zeit so gut es geht zum Positiven zu wenden und für sich zu nutzen. Überall auf Social Media sieht man bereits, wie die Menschen ihre Balkonkästen schön machen oder den Garten für den Sommer vorbereiten, Visionboards basteln, die an die Wand gehängt werden können, sich ein Fitnessstudio Zuhause zusammenstellen, den Keller ausmisten oder dem Haus einen Großputz verpassen. Tja, was soll ich sagen – wenn man mit nur einem Koffer und einem sparsam und sorgfältig ausgewählten Kofferinhalt unterwegs ist und noch dazu in einer Unterkunft lebt, die einem selbst nicht gehört, dann sieht die Auswahl in dieser Hinsicht auf den ersten Blick ganz schön mau aus! 😃

Du wolltest gerade als digitaler Nomade starten? Lass Dich nicht ausbremsen!

2020 sollte Dein Jahr werden und Du hast geplant, in diesem Jahr endlich als digitaler Nomade durchzustarten? Ganz ehrlich, so ohne feste Wohnung ist die aktuelle Situation tatsächlich etwas komisch. Ich habe bis Ende Mai eine Wohnung in Deutschland gemietet und hoffe auch sehr, dass das Gröbste bis dahin durch ist, sodass ich dann problemlos weiterreisen und die nächste Unterkunft finden kann. Wenn Du aber noch Deine Wohnung hast, weil Du erst kurz davor warst, all Deine Pläne in die Tat umzusetzen, dann ärgere Dich nicht! Sei froh, dass Du noch eine Wohnung hast, in der Du unbefristet bleiben kannst. So musst Du Dir darum aktuell keinen Kopf machen und kannst all Deine Energie in die weitere Verwirklichung Deiner Pläne stecken. Denn Dein Start als digitaler Nomade wird vielleicht ein wenig nach hinten verschoben, aber ja trotzdem früher oder später stattfinden, wenn Du es wirklich willst. 💪

Reiseplanung als digitaler Nomade während Corona

Quelle: Andrea Piacquadio / Pexels

Und ganz egal, ob Du bereits digitaler Nomade bist oder geplant hattest, in den kommenden Wochen damit durchzustarten, eins steht fest: jammern und die Tage nur mit Netflix vorbeiziehen zu lassen, ist nicht drin! 😃 Deshalb hier nun ein paar Ideen, wie Du die Zeit während dem Corona-Chaos trotzdem gut für Dich nutzen kannst:

Das Coronavirus auf positive Art aussitzen: Tipps für (angehende) digitale Nomaden

Unabhängig davon, ob Du bereits als digitaler Nomade in der Welt unterwegs bist oder in nächster Zeit erst damit starten wolltest – wenn Du nicht so recht weißt, was Du mit der kommenden Zeit am besten anstellen sollst, dann findest Du hier vielleicht ein wenig Inspiration:

Setze den Kurs neu

Ich würde behaupten, das geht oft im Alltag unter: hast Du Deine Ziele – persönlich und beruflich – noch klar formuliert und aktuell vor Augen? Weißt Du, was Deine nächsten Schritte sind, um Dein Business WIRKLICH voran zu bringen, oder arbeitest Du nur noch alle Routineaufgaben ab? Vielleicht müssen auch Deine Jahresziele für 2020 durch die aktuelle Situation nochmal angepasst werden oder die Businessplanung für das zweite Quartal steht noch aus? Jetzt ist die Zeit, um Dich mal wieder in Ruhe hinzusetzen und Dir klar zu werden, in welche Richtung Du gerade eigentlich steuerst und wohin Du wirklich willst.

Erwecke Ideen zum Leben

Wahrscheinlich hast auch Du das ein oder andere Projekt im Hinterkopf, das Du schon immer irgendwann mal noch angehen wolltest, aber neben dem Hauptbusiness war einfach nie wirklich Zeit, sich mal in Ruhe damit zu beschäftigen. Tja – die Zeit ist gekommen! 😃

Ganz gleich ob Du

oder etwas ganz anderes angehen wolltest – tu es jetzt! 😊

Werde sichtbar

Deine Website ist veraltet oder gibt es noch gar nicht? Social Media kostet zu viel Zeit und Energie? Das mag schon sein, aber jetzt ist die beste Zeit, um das in Ruhe und mit Kreativität anzugehen! Lies Dich in die wichtigsten Punkte ein, absolviere vielleicht einen Onlinekurs dazu, erstelle eine durchdachte Strategie und dann nutz die Zeit und geh direkt in die Contentplanung und -erstellung. So bist Du startklar, wenn wir das Haus wieder wirklich verlassen können und kannst die Zeit genießen, anstatt Dich neben dem Business noch mit den grundlegenden Marketing-Aspekten beschäftigen zu müssen.

Fill your bucket list

Nur weil das Reisen erstmal auf unbestimmte Zeit nicht möglich sein wird, spricht ja nichts dagegen, schon mal neue Pläne zu schmieden! Man wird ja wohl noch träumen dürfen. 😉 Also: füll Deine Bucket-List wieder auf, informiere Dich über Länder, die Dich interessieren, und such schon mal die nächsten Spots raus, die Du als erstes besuchen willst, sobald alles wieder etwas ruhiger wird. Vorfreude ist ja schließlich die schönste Freude! 😊

Dig deeper

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich bin, was das Sprachen lernen angeht, doch immer etwas faul. Irgendwie werd ich mit Englisch und meinen Basic-Spanisch-Kenntnissen schon durchkommen – jaja! 😃 Ist es nicht viel cooler, eine Sprache (fast) fließend zu können und sich mit den Einheimischen vor Ort nicht nur mit Händen und Füßen verständigen zu müssen? Außerdem kannst Du die Zeit jetzt nutzen, um noch mehr über Deine nächsten Lieblingsdestinationen, deren Geschichte und Kultur zu lernen. So wird Deine nächste Reise garantiert noch viel intensiver. 🥰

Halte inne

Auch wenn Du vielleicht wie ich das Glück hast, dass Deine Arbeit selbst nicht gefährdet ist und Du eigentlich gut zu tun hast, würde ich behaupten, nimmt Dich das Chaos in der Welt gerade doch ganz schön mit, bewusst oder unbewusst. Zumindest ich persönlich merke gerade immer wieder, dass mich die Situation ziemlich belastet, selbst wenn ich mir um meine eigene Gesundheit oder mein Business keine ernsthaften Sorgen machen muss. Die Sorge um ältere Familienmitglieder, Freunde, die zur Risikogruppe gehören, oder auch einfach die (räumliche) Distanz zu Menschen, die mir wichtig sind, nimmt mich emotional doch mehr mit als erwartet.

Deshalb mein Rat an Dich und auch mich: Auch wenn Du voll im Hustle bist und Deine To-Do-Listen Dich beschäftigt halten – drück mal auf Pause, atme durch und schau, dass es Dir wirklich, WIRKLCH gut geht! Geh spazieren, mach Sport, atme bewusst und tief, meditiere, mach Yoga, nimm ein Bad, lies ein Buch … tu, was auch immer Dich wirklich zur Ruhe bringt in dieser verrückten Zeit gerade. ❤️

Corona Zeit als digitale Nomaden nutzen

Quelle: Annie Spratt / Unsplash

Zusatz für angehende digitale Nomaden: Mach Dich startklar

Auch wenn sich vieles vielleicht in der momentanen Situation noch nicht in der Praxis umsetzen lässt, so kannst Du sicherstellen, dass Du wirklich vorbereitet bist, wenn es dann losgeht. In diesem Artikel findest Du zum Beispiel nochmal alles Wichtige, was Du vor Deinem Start als digitaler Nomade beachten und klären solltest: Ein etwas anderer Reiseführer für angehende digitale Nomaden

Zusatz für angehende digitale Nomaden: Genieß die Zeit in den eigenen vier Wänden

Ich weiß, Du willst endlich loslegen und das, was ich jetzt sage, wahrscheinlich nicht hören, aber: ein eigenes Zuhause hat auch viele Vorteile, genieße sie nochmal bewusst! Wahrscheinlich hast Du auch noch nicht alle Deine Sachen verkauft oder eingelagert? Dann nutze sie nochmal! Zwar ist es super befreiend, nur noch mit einem Gepäckstück unterwegs zu sein, aber ich bin ganz ehrlich: ich würde gerade recht viel dafür geben, meine ganzen Zeichenutensilien bei mir zu haben. Oder mich um meine Pflanzen kümmern zu können, die aktuell bei meinen Freundinnen stehen und dort auf mich warten. Oder vielleicht hast Du Sportgeräte Zuhause, die Du nicht mitnehmen wirst? Jetzt ist die Zeit, Dich nochmal richtig damit auszupowern! Mir fehlt das Fitnessstudio im Moment ganz schön. 😉

Stay positive: Bau Dir kleine Highlights in Deinen Tag 😊

Neben all den Dingen, die wir aktuell bewusst angehen und umsetzen können, so kann die ganze Situation dennoch langfristig ziemlich monoton werden. Eine liebe Freundin hat mir dazu noch einen schönen Gedanken gegeben, den ich auch mit Dir teilen möchte:

Schau, dass jeden Tag ein kleines Highlight auf Dich wartet. ❤️

Versuch, Dir in Deine Tagesplanung immer wieder etwas Neues einzubauen, auf das Du Dich freuen kannst und das Dich etwas aus dem Corona-Alltag rausbringt. Hier ein paar Ideen:

  • Verabrede Dich zu Zoom- oder Skype-Calls mit Freunden oder Familie
  • Nimm an Online-Events teil (viele Offline-Events werden gerade in Online-Events umgewandelt)

Oder nutze die vielen Angebote auf YouTube oder z. B. Udemy und:

  • starte ein neues Hobby und lerne z. B. zeichnen, tanzen, erste Kampfkunst- oder Selbstverteidungs-Basics, die Du schon mal alleine üben kannst, damit sie sitzen, wenn es dann in einen Kurs geht, oder verbessere Deine Fotografie-Skills, wenn Du eine Kamera dabei hast.
  • Wenn es in Deiner Unterkunft ein Skateboard oder Instrument gibt, das Du ausleihen kannst, schnapp Dir das!
  • Übe Hand- oder Kopfstand oder nimm an einer Push-up-Challenge auf Instagram teil und feiere Dich für die täglichen Fortschritte! 😋
  • Lerne etwas, das Dich schon immer interessiert hat, aber vielleicht nicht zu Deinem Hauptbusiness gepasst und deshalb nie Priorität hatte, z. B. Psychologie.

Mein aktuelles Fazit zum digitale Nomaden-vs.-Corona-Dilemma

Ich muss gestehen – dieser Artikel ist vor allem aus persönlichem Frust entstanden! 😃 Ich bin generell ein sehr positiver Mensch und versuche eigentlich, auch im Falle Corona das Ganze eher rational und zuversichtlich anzugehen – Panik oder das Reinsteigern in Frust helfen hier keinem. Dennoch, oder gerade deswegen hat es mich selbst überrascht, wie stark die Einschränkungen und das aktuelle Weltgeschehen doch an meinen Nerven zerren und wie schnell mir ein wenig die Decke auf den Kopf fällt.

Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir allein mit den hier aufgelisteten Ideen schon eine Menge Möglichkeiten, um uns die Corona-Krise so schön wie eben möglich zu machen (und ich weiß, das klingt irgendwie absurd, wenn man bedenkt, wie viele Leben das Virus schon gekostet hat und wie viele Menschen in den Krankenhäusern und Supermärkten und überall sonst aktuell wirklich am Limit gehen – aber wir, die aktuell einfach nur dazu aufgefordert sind, Zuhause zu sitzen, können finde ich dennoch unseren Teil dazu beitragen, dass wir positiv bleiben und diese Krise wenigstens zu einem gewissen Teil auch zu etwas Gutem wenden ❤️).

Also –  ich bin mir sicher, meine Liste hier lässt sich noch um einiges erweitern! 😊 Deshalb schreib gerne in die Kommentare, wenn Du noch weitere Ideen hast und lass mich auch wissen, wie es Dir in der aktuellen Situation geht. Geht es Dir ähnlich wie mir? Geht der Arbeitsalltag für Dich fast weiter wie bisher oder bist Du mit Deinem Business stärker betroffen? Und wo in der Welt befindest Du Dich gerade? Ich freu mich, wenn wir das nicht allein durchstehen müssen und uns hier ein bisschen austauschen können! 😊 Bleib gesund. ❤️