Was für ein komisches Gefühl, wenn das Leben, das Dich die letzten fünf bis sechs Jahre zu einem großen Teil definiert hat, drauf und dran ist, sich aufzulösen. Wenn alles, was Du dann noch bist, aus Dir selbst, Bekanntschaften und Erinnerungen besteht.

Es mag cool und aufregend und eine fantastische Möglichkeit sein, alles, was einen an einem Ort hält, aufzugeben und für unbestimmte Zeit reisen zu gehen. Doch das, was man da aufgibt, besonders, wenn man voraussichtlich nicht mehr an diesen Ort zurückziehen wird, ist weit mehr als nur eine Wohnung.

Das ist auch ein ganzer Wohnort und seine Straßen und Plätze voller Erinnerungen. Das sind Restaurants und Cafés, Bars und Clubs, Parks und Wälder – Orte die man dort gerne besucht. Und auch Routinen und Gewohnheiten in diesem Umfeld und Menschen die man dort gerne und regelmäßig trifft. Doch ich glaube uns ist meistens gar nicht bewusst, wie sehr uns diese Dinge auch definieren. Wie sehr uns unser Umfeld zu dem macht, was wir sind.

Ich glaube uns ist meistens gar nicht bewusst, wie sehr uns diese Dinge auch definieren. Wie sehr uns unser Umfeld zu dem macht, was wir sind.

Das hat viele Vor- und auch Nachteile. Ganz besonders deutlich wird für mich gerade die Sicherheit und einfach dieses “Ich”, das Hannover mir in den letzten Jahren gegeben hat.

Natürlich bin ich immer noch ich. Mein Körper, mein Geist sowie auch meine Heimat, meine Familie und Freunde und all die Erinnerungen in meinem Herzen bleiben genauso bestehen. Aber ein verdammt großer Teil fällt auch einfach weg, wenn man plötzlich nur noch mit einem Gepäckstück und sich selbst in der Welt unterwegs ist.

Genau so sehr, wie neue Anfänge und Veränderungen und Wachstum wichtig und wunderbar sind, genauso sehr sollten wir uns auch immer wieder bewusst machen, wie wichtig und bedeutend die alltäglichen Dinge um uns herum sind, wie viel Sicherheit sie uns schenken und was für einen bedeutenden Teil sie doch von unserem Selbst ausmachen. ❤️