Du lernst nie aus im Leben. Sobald du auf der Welt bist, fängst du an zu lernen. In den ersten Jahren richtig viel, und dann hast du irgendwann das Gefühl, dass du immer weniger lernst.

So ging mir das: ich hatte bis vor 3 Jahren das Gefühl, dass ich nicht mehr viel lernen würde. Die Uni hat mir nicht viel gebracht und im Job habe ich meistens mein Wissen eingebracht und wenig Neues gelernt. So wurde es dann auch schnell eintönig.

Dann habe ich mich aber selbstständig gemacht und auf einmal lernte ich wieder richtig viel – bis heute lerne ich jeden Tag etwas Neues! Manchmal einen neuen HTML-Hack, manchmal aber etwas Neues über die menschliche Psychologie. Und dieses neue Wissen baue ich dann in meine Texte, Blogs und Webseiten ein, um z.B. mehr Leser zu binden oder mehr Produkte zu verkaufen. Jeden Tag etwas Neues – der Hammer!

Meistens sitze ich schon beim Mittagessen und denke mir, wie geil das neue Wissen ist und überlege, wie ich es anwenden könnte. Dieses Wissen eigne ich mir an, in dem ich neue Probleme löse oder aber mit Feedly andere Blogs lese, die genau diese Themen abdecken. Blogs, an die ich normalerweise nicht denken würde!

In den letzten Jahren habe ich also nicht nur vieles zum Thema Business gelernt, sondern auch viel übers Leben an sich dazu gelernt. Ich musste viel Verantwortung übernehmen und große Entscheidungen treffen. Die wichtigsten Key Learnings habe ich damals auf der DNX in einen 30 Minuten Vortrag zusammen gefasst.
Mein wichtigstes Key Learning aber ist, dass ich – und nur ich – für meinen eigenen Erfolg oder Misserfolg zuständig bin.

In den letzten 3 Jahren habe ich viele Online Unternehmer, Blogger und Digitale Nomaden kommen und gehen sehen und die Ausrede Nummer eins war meistens: “Die haben nicht verstanden, was ich verkaufen will” oder “Ich glaube die mögen mich einfach nicht”

Viel zu oft habe ich das gehört und viel zu oft habe ich das selbst auch gedacht. Ich habe mich mit anderen verglichen, die Jahre über mir waren und viel früher angefangen hatten. Dabei sind mir unglaublich viele schlechte Gedanken gekommen, die mir das Leben unnötig schwer gemacht haben. Hierzu kann ich dir auch vorherige Round Ups mit anderen Digitalen Nomaden empfehlen: Wovor hast du Angst als Digitaler Nomade und was würdest du anders machen, wenn du von vorn anfangen könntest!

Ich habe außerdem noch drei andere Kollegen und Freunde gefragt, was ihre Key Learnings als Digitaler Nomade waren. Einige sehr spannende Antworten sind dabei rum gekommen:

Sebastian Kühn von Wireless Life

Key Learnings Digitale Nomaden - Sebastian KuehnÜber meine Key Learning und das, was ich immer noch jeden Tag dazulerne, könnte ich wohl ein ganzes Buch schreiben. Ich versuche es auf ein paar praktische Tipps zu beschränken:

1. Routinen: Mit den Freiheiten des digitalen Nomadentums kommt auch viel Verantwortung. Du musst dich selbst organisieren und nur du allein bist für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich. Für mich sind Routinen wahnsinnig wichtig, um produktiv zu arbeiten. Auch wenn ich reise, versuche ich diese Gewohnheiten so gut es geht beizubehalten.

2. Tools: Es gibt viele coole kostenlose Tools, die bei der Organisation des Arbeitsalltags wirklich hilfreich sein können. Oft lenken sie aber auch von der eigentlichen Arbeit ab. Versuche nicht für jedes neue Tool eine Verwendung zu finden, sondern suche dir gezielt Tools, die ein Problem lösen.

3. Outsourcing: Viel zu oft habe ich versucht, alles selbst zu machen. Es gibt so viele Dinge, die andere Menschen besser und schneller umsetzen können, als ich das je könnte. Mit dem Outsourcing von Tätigkeiten kannst du nicht früh genug beginnen.

4. Just do it: Ich habe eine perfektionistische Veranlagung, die ich in den letzten Jahren ablegen musste. Anstatt lange Zeit an Konzepten zu arbeiten und alles perfekt machen zu wollen, hau einfach ein Produkt raus oder launche den Blog. Optimiert wird dann anhand von Feedback auf dem Weg. Die Idee der 80/20-Regel hat mir hier sehr geholfen.

Vladislav Melnik von Affenblog

vlasdislav-melnikEigentlich bin ich kein digitaler Nomade. Ich könnte rumreisen, wenn ich wollte. Aber momentan genieße ich einfach das lockere Leben und fokussiere mich voll und ganz auf das Wachstum des Affenblogs.
In Zukunft werde ich das mehr ausnutzen. Versprochen!

Wenn ich dennoch an meine Key Learnings denke, dann fällt mir sofort das Thema Ausdauer ein.
Das merke ich immer und überall. Egal ob z. B. beim Bloggen oder beim Kraftsport. Du musst einfach am Ball bleiben und einfach weitermachen, bis du am Ziel bist.

Einfacher gesagt als getan. Ich weiß. Deshalb ist die Leidenschaft mein zweiter Schlüssel.
Als digitaler Nomade gibt es gute Zeiten, aber auch schlechte Zeiten. Wenn du keine Leidenschaft hast, bei dem, was du tust, dann wirst du die schweren Zeiten nicht überleben.

Das ist so eine typische Unternehmer-Geschichte: Mittags bist du auf 180 und sprießt voller Euphorie … und abends bist du so deprimiert und möchtest dich nur noch unter die Decke verkriechen. Diese Ups and Downs sind echt nervig. Gehören aber zu jeder Unternehmung einfach dazu.

Du brauchst also einen langen Atem. Das nötige Aufputschmittel mit dem Namen Leidenschaft hält dich dann schon über Wasser.

Ben Paul von Anti Uni

Key Learnings Digitale Nomaden - Ben PaulIch würde sagen, dass ich vor allem EIN Key-Learning aus den letzten 1,5 Jahren als digitaler Nomade mitgenommen habe: Freiheit bedeutet Verantwortung.

Das Leben eines digitalen Nomaden sieht von außen sehr schön und verlockend aus. Menschen, die mit Laptop am Strand sitzen und Mojitos trinken. Ich persönliche zähle mich nicht zu dieser Art von Nomaden. Für mich besteht die Freiheit des Nomadentums vor allem darin, jederzeit entscheiden zu können, wo ich arbeiten möchte – und weniger darin, am Strand Mojitos zu trinken.

Gleichzeitig sollte man bedenken, dass in Momenten in denen diese Strand-Mojito-Bilder entstehen, in fast allen Fällen schon etliche harte Monate wenn nicht gar Jahre harter Arbeit investiert wurden, um genau an diesem Strand sitzen und Mojitos trinken zu können.

Ich liebe Mojitos. Und ich liebe Strand, keine Frage. Dennoch finde ich es ungemein wichtig, nicht zu vergessen, dass jede Freiheit auch Verantwortung (und harte Arbeit) bedeutet.

Viele der erfolgreichen Nomaden von heute haben wahrscheinlich für jede Minute am Strand mehrere Stunden harter Arbeit investiert.

Freiheit haben zu wollen bedeutet also vor allem Verantwortung. Verantwortung, die Zeit effektiv zu planen, die mir zur Verfügung steht. Verantwortung dafür, dass ich ein Einkommen habe, das ich mir vorstelle. Verantwortung aber vor allem auch dafür, dass ich einen echten Wert schaffe mit meiner Arbeit.

All das kann manchmal sehr viel auf einmal sein. Daher ist mein zweites Learning nicht zu sehr auf andere zu schauen, die schon einen Schritt weiter sind. Natürlich ist es sehr inspirierend zu sehen, was andere so machen und wie erfolgreich sie sind. Gleichzeitig ist es manchmal noch wichtiger, nur auf das eigene Business oder den eigenen Weg zu schauen, und im eigenen Tempo mit dem ganz eigenen Stil Step by Step Fortschritte zu machen.

Kein Planet Backpack, Off The Path oder Anti-Uni.com sind einfach so vom Himmel gefallen: dahinter stecken ganz viele kleine Mini-Schritte, die man erst bei genauerem Hinsehen erkennt.

Letztendlich gilt für mich: Je mehr Verantwortung wir uns trauen zu übernehmen, desto freier können wir werden und desto schneller entwickeln wir uns als Persönlichkeit.

Jakob Schweighofer von Blog To Business

jakob-schweighofer-blog-to-business (1)Ich weiß, dass ich dich vielleicht enttäuschen werde. Mir keine Freunde mache und vielleicht den ein oder anderen demotiviere. Aber: Wenn ich dir die Spielregeln nicht gleich verrate, würde ich mich selber (und vor allem dich) anlügen.

Also, der erste Teil meiner Key Learnings ist:

Ein digitaler Nomade “in spe” verdient bei gleichem Zeitaufwand weniger als ein normaler Angestellter, hat weniger Urlaub, muss mehr drauf haben und braucht den Drive, immer wieder weiter zu machen. Braucht Unternehmergeist und ein dickes Fell. Und: Das womöglich über Monate oder sogar Jahre, ohne dafür “gerecht” entlohnt zu werden – zumindest finanziell.

Aber, zum zweiten Part:

Wenn du darüber hinweg bist und es schaffst, solange durchzuhalten, kannst du den Lifestyle leben: Mehr verdienen, mehr Urlaub machen und stolz drauf sein, was du erschaffen hast. Deine eigenen Spielregeln aufstellen. Eine Idee für neue digitale Nomaden sein. Und dabei die beste Zeit deines Lebens zu haben.
Und dann beginnt der Spaß, da du den Prozess immer wieder mit neuen Projekten und viel schneller reproduzieren kannst.

Die eine Frage, die du dir jetzt noch stellen solltest, ist:

Bist du bereit, das Spiel mit allen seinen Regeln zu spielen (und vielleicht ab und zu auch eine Regel zu brechen)?

Fazit

Routinen, Verantwortung und Ausdauer sind die absoluten Key Learnings, die die meisten Digitalen Nomaden auf dem Weg zum ortsunabhängigen Business gelernt haben. Dabei ist es wichtig, dass du aufhörst, dich mit anderen zu vergleichen und dein eigenes Ding machst. Denn genauso, wie du einzigartig bist, ist auch dein Business einzigartig.

Was sind deine Key Learnings als Digitaler Nomade?

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4 Kommentare

  1. Hey Sebastian,

    coole Zusammenstellung mit viel schlauen und wertvollen Erfahrungen!

    Danke, dass ich dabei sein durfte, ich hoffe, dass viel Mehrwert für deine Leser dabei ist.

    Cheers and keep it up!

    Ben

  2. Hey Sebastian,

    Ich kenne diese Art zu arbeiten seit 20 Jahren. Ich bin wahrscheinlich einer der ältesten DN’s . Ich kann bestätigen, dass es für mich nicht immer leicht war, aber ich hatte meine absolute Freiheit, die weder gegen Geld noch gegen Sicherheit tauschen würde. Ich habe in andere Länder und Städte gearbeitet und gelebt und das hat mich so sehr bereichert.

    Dank euren Blog-Camp habe ich endlich meinen eigenen Blog gestartet und möchte ab 2016 ausschliesslich vom Schreiben und Vorträge leben. Es läuft gerade ziemlich gut.

    Wir sehen uns (besser gesagt ich dich) morgen Abend.

    Herzliche Grüße
    Afschin

  3. Hi Sebastian,

    selber bin ich noch kein DN. Doch ich würde sagen, dass Leidenschaft und der Mut zum Handeln am wichtigsten sind. Ohne Leidenschaft habe ich keinen Antrieb und ich dann handle ich nicht.

    LG

    Artur

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