Jeder Mensch hat Ängste. Angst vor Spinnen, Angst vorm Fliegen, Angst vor engen Räumen. Viele Ängste, die Digitale Nomaden auch haben. Bestimmt auch vor dem Fliegen. Sie schauen dieser Angst ins Auge, weil der Drang in die Ferne wahrscheinlich größer ist, als zu Hause festsitzen zu müssen. Das gilt auch für das Thema Selbstständigkeit: anstatt im sicheren 9-to-5 Job zu sitzen, wagen sie es, sich in Krisenzeiten selbstständig zu machen und dabei die Welt zu entdecken!

Aber was für Ängste haben Digitale Nomaden eigentlich?

Nach 3 Jahren Selbstständigkeit habe ich viele Krisenzeiten überwunden. Die meisten dunklen Tage während dieser Zeit waren solche, an denen ich absolute Existenzängste hatte. Wo ich mehrere Online Businesses finanziert habe, aber nur Einnahmen von einem hatte.

Zeiten, an denen ich öfters an die Zukunft als an die Gegenwart gedacht habe. Ängste, die jeder Selbstständige eigentlich kennt.

Heute, 1000 Tage später, habe ich solche Ängste eher selten. Natürlich mache ich mir manchmal immer noch Sorgen. Aber ich habe mir in den letzten 156 Wochen den Arsch so aufgerissen, dass meine Businesses heute laufen und habe mir entsprechende Reserven aufgebaut. Obwohl meine Einnahmen nicht geregelt und gleichmässig sind, da ich mal mehr, mal weniger verdiene, verdiene ich seit über ein Jahr jeden Monat mein Minimum, welches ich mir irgendwann mal als Ziel gesetzt habe. Das ist so viel, dass ich überall, egal wo ich bin, genug zum Leben habe und dabei nicht zu sehr auf mein Geld achten muss. Das lässt mich viel ruhiger ins Bett gehen und schlafen.

Für die Launchwoche von TravelWorkLive habe ich bereits einige Digitale Nomaden zu ihren wichtigsten Eigenschaften und ihren Key-Learnings befragt. Heute handelt es sich um die Ängste, die sie als Digitale Nomaden haben. Bist du bereit?

Carina von Pink Compass

carina-hermann-angstMein persönlicher Lieblingsbeitrag von ihr: Über 30 simple Tipps, um deine Produktivität zu steigern! 

„Die Unsicherheit der wechselnden Einnahmen machen mir nach wie vor Angst. Nicht zu wissen, ob es nächsten oder übernächsten Monat genauso gut aussehen wird, wie diesen Monat ist eine Unsicherheit, die alle Selbständigen haben, und damit muss man erstmal umzugehen lernen. Aber passive Einkommensströme aufzubauen kann da helfen – braucht allerdings auch erstmal seine Zeit…“

Tim von Earth City

tim chimoy angstMein persönlicher Lieblingsbeitrag von ihm: Geldsorgen, Glück und das wahre Hamsterrad

„Ungewissheit ist mein ständiger Begleiter. Sie führt auch hin und wieder zu Angstgefühlen. Ich habe jedoch gelernt, mit Ungewissheit und Angst besser umzugehen und sie für mich als Antrieb zu nutzen.  Eine meiner größten Ängste ist die Existenzangst. Zwar verdiene ich genug, um einige Rücklagen bilden zu können, mein Puffer wächst langsam aber stetig. Jedoch hat dies nicht dazu geführt, mich von der Existenzangst völlig frei machen zu können, auch wenn ich immer gedacht hätte, sie würde mit der Zeit verschwinden. Es kommen als Unternehmer auch immer mal wieder hohe Kosten auf einen zu, mit denen man nicht gerechnet hat. Neulich erst wieder eine völlig unerwartete Steuernachzahlung. Wenn mich diese Angst überrennt, dann überlege ich mir immer wieder, was im schlimmsten Fall passieren kann, und stelle dann schnell fest, dass der „worst case“ eigentlich gar nicht so dramatisch ist. Das hilft sehr, um diese Gedanken abzuschütteln. Überlege dir, was im schlimmsten Fall passieren kann, und du wirst vermutlich feststellen, dass deine Existenz deswegen nicht bedroht ist.“

Wie ich mit (Existenz)Ängsten als Digitaler Nomade umgehe

Wie du siehst, sind diese (Existenz)Ängste als Digitaler Nomade total normal und auch ich habe sie trotz meiner Erfolge mit meinen Online Businesses nach wie vor.

Ich habe in den letzten Jahren aber gelernt mit ihnen besser umzugehen:

1. Rede über deine Ängste

Es ist unglaublich wichtig, dass du über deine Ängste mit Gleichgesinnten sprichst. Viele haben diese Probleme schon durchgemacht oder sind vielleicht in der gleichen Phase. Auch hier gilt: Geteiltes Leid, ist halbes Leid!

2. Sei dir über deine Erfolge bewusst und feiere sie

Mach dir bewusst, wie erfolgreich du bist und feiere jeden kleinen Erfolg. Diese helfen dir ruhiger zu schlafen und besser mit Existenzängsten umzugehen.

3. Halte dir dein Worst Case Szenario vor Augen

Conni hat es im Digitale Nomaden Film „Deutschland zieht aus“ sehr schön gesagt. Erstens, was ist denn schon Existenzangst? Wortwörtlich wohl die Angst vor dem Nicht-Sein oder gar dem absoluten Nichts. Aber ein solches Nichts gibt es gar nicht und selbst wenn du mit deinem Business scheiterst, heißt das noch lange nicht, dass die Welt – oder gar du selbst – aufhört zu existieren. Ein Nichts, ein großes, böses, unendliches, dunkles Loch gibt es nicht!

Und zweitens, was wäre denn das Worst Case Szenario? Wenn du es als Digitaler Nomade, das gilt auch für Selbstständige, nicht schaffst, dann musst du vielleicht mit gesenktem Kopf zurück und fängst wieder von vorne an. Das mag vielleicht unangenehm und vielleicht auch peinlich sein. Und ja, du musst dir eventuell auch ein paar blöde Sprüche anhören und böse Blicke ertragen. Aber wir leben in einem sozialen Staat, der Selbstständigkeit mit verschiedenen Programmen fördert und dich als Deutscher auch jederzeit wieder auffängt, solltest du Probleme haben.

Merke dir also: ein wirkliches Nichts gibt es nicht und selbst wenn du scheiterst, gibt es genügend Möglichkeiten, um aufgefangen zu werden!

4. Lass dich nicht von anderen aufhalten!

Dieser Punkt passt auch gut zur Existenzangst und vor der Angst, andere zu enttäuschen. Sei es die Familie, Freunde oder den eigenen Partner. Aus diesem Grund haben viele Angst den letzten Schritt in die Selbstständigkeit als Digitaler Nomade zu wagen. Sie wollen die Menschen, die ihnen am nächsten stehen nicht enttäuschen und deren Erwartungen erfüllen. Der Gedanke, es nicht zu schaffen, und mit dem gesenkten Kopf um Hilfe zu bitten, macht vielen Angst und hält sie davon ab, überhaupt erst anzufangen.

Die beste Lösung dafür ist, darüber mit den entsprechenden Personen zu sprechen. Ich habe über dieses Thema vor kurzem einen Beitrag geschrieben, der dir helfen sollte, die Angst zu überwinden und zu starten!

5. Richte dir ein Finanzpolster ein

Jede Selbstständigkeit läuft einfacher, wenn du dir ein gewisses finanzielles Polster eingerichtet hast. Überlege dir, wie viele laufende Kosten du im Monat haben wirst und wie viel du zum Leben brauchst. Füge noch ca. 10 % für ungeplante Kosten hinzu und spare diesen Betrag für mindestens 12 Monate an. Das sollte dir genug Zeit geben, um dein Business ins Laufen zu bringen und dir ein bisschen Druck nehmen. Bis du dich dann 100% Selbstständig machst, kannst du dein Business z. B. auch als Nebenerwerb starten.

Fazit:

Ängste machen auch vor Digitale Nomaden keinen halt. Besonders Existenzängste sind für Digitale Nomaden, wie auch jedem Selbstständigen, ganz normal. Diese aus der Welt zu schaffen ist eher unmöglich, aber du kannst ihnen Gegenwirken, indem du dich ihnen bewusst wirst und über sie sprichst. Zudem ist es ratsam, größere Rücklagen zu bilden sowie ein passives Einkommen zu erschaffen, das dir jeden Monat Einnahmen bringt ohne dass du zu viel dafür machen musst!

Was sind deine Ängste?

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Bild: DepositPhotos.com – mihtiander

8 Kommentare

  1. Schöner Artikel, Sebastian! Offen, ehrlich und auf den Punkt gebracht.
    Ich sehe es so für mich: Lieber fliege ich richtig auf die Fresse, als dass ich es nie probiert hätte. Aufstehen kann ich nämlich immer. Etwas nachholen, was ich einmal versäumt habe, aber nicht.
    Also auf in den Kampf! Kann ja nichts Schlimmeres passieren, als mit wehenden Fahnen unterzugehen. Das ist mein Motto seit eineinhalb Jahren. Und hat sich bisher immer ausgezahlt.
    Liebe Grüße
    Mischa

  2. Hallo Sebastian,
    vielen Dank für den Artikel! Es ist gut zu wissen, dass es anderen nicht anders geht und man mit seinen Zukunftsängsten nicht alleine ist. Ich stehe noch ganz am Anfang und bin geplagt von ganz vielen Ängsten! Was ist wenn ich kein Geld verdiene damit langfristig, wie geht die ganze Hürde mit Selbstständigkeit, was wird mein Umfeld sagen, etc. etc. Ich habe mir jetzt erst einmal ein WG-Zimmer in Berlin , 4 Autostunden von meiner Heimat, angemietet um zumindest den Fragen meiner Mitmenschen zu entgehen, welche mit ihren Fragen und Kommentaren immer noch mehr Feuer in meine Zukunftsängste streuen! Die Aussage, dass es KEIN schwarzes, tiefes Loch gibt ist einer der wichtigsten Punkte! Egal was kommt, man kann immer wieder aufstehen und weitermachen 🙂 Man muss es zumindest probieren. Nicht nur probieren, sondern hart dafür kämpfen und zuversichtlich bleiben! Ihr habt es ja auch geschafft 😉
    LG Svenja

    • Hey Svenja,

      ganz genau, wir haben es schließlich auch geschafft und sind auch nur ganz normale Menschen!

      Hut ab, für deinen Mut, diesen Schritt zu gehen. Du bist vielen Menschen schon einen großen Schritt voraus.

      Alles gut für dich!

  3. Hallo Sebastian ,
    Danke Für dein Feedback 🙂
    Ich denk wenn man ausprobiert, lebt und ein Ziel , kann man die Chance auf ein Mega geiles Leben haben!
    Wenn man sich jedoch in seiner komfortzone verkriecht, dann wird man dort am ehesten von einen schwarzen Loch eingezogen! Habe jetzt auch meinen Fernseher verschenkt und bin viel aktiver noch seid dem – nutze die zeit jetzt noch mehr fürs bloggen und fühle mich viel motivierter dadurch 🙂

    Lg Svenja

  4. Hey Sebastian,

    toller Artikel mit super Informationen.

    Wovor ich einfach Angst habe, da ich mich vorher nie damit auseinander gesetzt habe, ist das ganze Rechtwirwar in Deutschland mit – Selbstständig machen, die richtigen Versicherungen finden, was passiert im Falle einer Abmahnung etc…. !

    Aber, da muss ich wohl nun einfach durch 🙂

    Gruß Moritz

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